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26. August 2009 07:52 Uhr
Umstrittene Äußerung
Japan: Urawa Reds stellen sich vor Volker Finke
Hat Volker Finke einen Spieler seines japanischen Clubs aufgefordert, mit einer Schwalbe einen Elfer zu schinden? Nein, sagen Finke und sein Verein.
Unruhige Zeiten für Volker Finke? Nach sechs Niederlagen in Folge und einer von weiten Teilen der japanischen Öffentlichkeit als grobe Unsportlichkeit gewerteten Aussage, weht dem früheren langjährigen Trainer des SC Freiburg beim japanischen Fußball-Erstligisten Urawa Red Diamonds offenbar starker Gegenwind ins Gesicht. "Wie tief sind wir gesunken? Es ist ein großes Unglück für die Spieler, unter so einem Coach arbeiten zu müssen. Er ist als Trainer nicht qualifiziert", wird der aufgebrachte Motoaki Inukai, Präsident des japanischen Fußball-Verbandes (JFA) zitiert.
Was war geschehen? Finke soll am vergangenen Samstag seinen Spieler Sergio Escudero nach dem 1:2 gegen Hiroshima heftig dafür kritisiert haben, dass er sich nach einem Körperkontakt im Strafraum nicht hatte fallen lassen, um einen Elfmeter rauszuholen. "Das ärgert mich am meisten. Er wird gefoult und lässt sich nicht fallen. Ich werde ihm eine Fair-Play-Medaille überreichen", soll der ob der neuerlichen Niederlage enttäuschte 61-Jährige in Hörweite von Journalisten gesagt haben.
FINKE BLEIBT GELASSEN
JFA-Präsident Inukai wertete das als ein in Japan nicht zu respektierendes Verhalten. "Es ist hoffnungslos. Ich kann immer noch nicht glauben, dass er das gesagt hat. Er sollte Spielern mehr beibringen, als sich einfach nur im Strafraum fallen zu lassen", ließ sich Inukai gegenüber japanischen Medien vernehmen.
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Finke gibt sich gelassen. Gegenüber der Badischen Zeitung zeigte er sich überrascht, "was da in Deutschland so verbreitet wird". Finke macht Übersetzungsfehler für den Streitfall verantwortlich. Sein Klub, die Urawa Red Diamonds, hat mittlerweile mit einer Pressemitteilung von Präsident Mitsuo Hashimoto auf der Internetseite des Klubs reagiert.
Die Agenturmeldungen des Sportinformationsdiensts und von Reuters haben deutschlandweit für Aufsehen gesorgt und wurden auch auf englischsprachigen Internetseiten publiziert.
Der Sportjournalist Mike Tuckerman, der für Badische-Zeitung.de über die J-League schreibt, wundert sich nicht über die Aufregung: "Verbandspräsident Inukai ist bekannt für eigenartige Äußerungen." In seinem Weblog hat Tuckerman eine weitere aktuelle Kontroverse dokumentiert, die vom Verbandspräsidenten losgetreten wurde. Ausländische Trainer würden zudem in Japan wesentlich schneller kritisiert als einheimische Fußballlehrer. "Hätte es sich um einen japanischen Coach gehandelt, wäre keine große Geschichte daraus geworden."
Wie auch immer: Kennern der japanischen Fußballszene zufolge soll Finke angeblich kaum noch eine Zukunft beim Meister von 2006 und asiatischen Champions-League-Sieger von 2007 haben. Nach sechs Niederlagen in Folge haben die "roten Diamanten" bereits 16 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze, die ausgerechnet vom Erzrivalen Kashima Antlers eingenommen wird. Allerdings beträgt der Rückstand auf den Tabellendritten Shimizu auch nur fünf Zähler.
- Hintergrund: Verfehlt Finke das Saisonziel der Urawa Reds?
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Autor: Michael Doerfler
