Bill Frisell

JAZZ: Ein Mann und seine Gitarre

Alfred Rogoll

Von Alfred Rogoll

Fr, 13. April 2018

Rock & Pop

Der Gitarrist Bill Frisell wird gern von Jazzern für ihr Metier reklamiert, bewegt sich aber in vielen anderen Formaten und Genres. Von Country ("Nashville") bis zur kompletten Beatles-Scheibe mit John-Lennon-Tracks ("All We Are Saying") reicht seine Performance, dazu kommen beeindruckende Platten mit Rock-, Film- und Neuer Musik. Nun aber, im fortgeschrittenem Alter von mittlerweile 67 Jahren, veröffentlicht der Amerikaner ein fast karg gestaltetes Album: Auf "Music IS" spielt er alle Instrumente selbst – meist jedoch nur sein Saiteninstrument. Das aber, nach leicht schleppenden Anfängen, bemerkenswert wohlklingend – was von so fein gesetzten, einfachen Kompositionen wie dem ersten Stück "Pretty Stars", dem filigranen "Change In The Air" oder dem zentralen Track "Rambler" trefflich belegt wird. "Rambler" übrigens erklingt auf der CD am Ende nochmal in einer anderen Version, gefühlvoll und mit einem Bill Frisell, der auf der Gitarre zur Höchstform aufläuft. Und gerade über gute Stereoanlagen blüht dieses spartanisch instrumentierte Album der leisen Töne vortrefflich auf.

Bill Frisell: Music is (Okeh/Sony).