Jechtinger halten Gelöbnis der Vorfahren

Roland Vitt

Von Roland Vitt

Di, 04. September 2018

Sasbach

Traditionelle Prozession zur Eichertkapelle.

SASBACH-JECHTINGEN. Eine stattliche Zahl von Gemeindemitgliedern und Gästen zog am Sonntag von der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian zur Eichertkapelle "Maria in den Reben" und feierte dort eine Eucharistiefeier. Die Eichertprozession ist eine Dankprozession. Ihren Ursprung hat sie am Ende des Zweiten Weltkrieges. Als die Gemeinde Jechtingen damals von den schlimmsten Bombardierungen verschont blieb, gelobten die Bürger, fortan dieses Ereignisses zu gedenken. Bis heute wird mit der Prozession das Gelöbnis der Vorfahren gehalten.

Unter Glockengeläut machte sich die Prozession auf den Weg durch Flur, Feld und Reben zur Kapelle. Voran gingen die Ministranten mit Fahnen, gefolgt von der Winzerkapelle, Pfarrer Bernhard Schneider, dem Gemeindeteam und den Prozessionsteilnehmern. Im Wechsel spielte mal die Musik oder man betete. Die Lobgesänge bei der Kapelle wurden von der Winzerkapelle musikalisch umrahmt.

"Bei diesem Blick auf die herrliche Kapelle vor uns und dem noch schöneren Ausblick auf Jechtingen, Reben, Auewald und Vogesenberge kann ich nur sagen, dass dies eine gesegnete Landschaft ist", so der Pfarrer. Er erinnerte an das Gelöbnis des damaligen Pfarrers Paul Brutscher: "Sollte Jechtingen von den schlimmsten Bombardierungen verschont bleiben, wird man zum Dank alle Jahre eine Prozession abhalten." Nach dem Krieg führte die Prozession viele Jahre lang auf den Litzelberg, bis das hohe Verkehrsaufkommen dies nicht mehr zuließ. An dem Gelübde hielt man aber fest. 1952 wurde die Eichertkapelle gebaut, ein Jahr später eingeweiht. Seitdem führt die Prozession dorthin.

Nach dem Gottesdienst bedankte sich der Pfarrer bei allen Mitwirkenden für ihr Engagement.