Soul

Jesper Munks zurückgelehnte Leichtigkeit

Peter Disch

Von Peter Disch

Di, 15. Mai 2018 um 21:43 Uhr

Rock & Pop

Mittlerweile ist Munk 25 Jahre jung und geht mit der Platte "Favourite Stranger" den nächsten Schritt, aber nicht den einfachen Weg.

Das Gitarrenspiel zupackend und psychedelisch, die Stimme eines alten, lebensgegerbten Mannes – das 2015 erschiene Debüt "Claim" machte den Münchener Jungspund Jesper Munk zum deutschen Posterboy des nervösen Blues-Garagenrock, wie ihn amerikanische Musiker wie The Black Keys und Jon Spencer prägten. Mittlerweile ist Munk 25 Jahre jung und geht mit der Platte "Favourite Stranger" den nächsten Schritt, aber nicht den einfachen Weg. Statt an "Claim" anzuknüpfen, hat Munk den Soul und eine neue, zurückgelehnte Leichtigkeit entdeckt. Im ersten Song "Easier" lässt er die Gitarre noch dröhnend singen, aber schon da ist das Tempo gedrosselt. Danach rücken Klavier, Streicher und Chöre in den Vordergrund. Es regiert die Soul-Ballade der späten 60er. Die Arrangements lassen Luft, die Töne flirren wie die Sonne auf einem sich kräuselnden See. Dazu blitzen die Stones der Disco-Ära auf, scheinen Pink Floyd in ihrer poppigen Phase durch. "Favourite Stranger" klingt, als hätte Munk den Whiskey gegen entspannende Rauchwaren eingetauscht. Beides hat etwas für sich.
Jesper Munk: Favourite Stranger (Warner). Konzert: Freiburg, Freitag, 26. Oktober, Jazzhaus, 20 Uhr (Tickets: Jesper Munk Freiburg).