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10. August 2012
"Jetzt ist eben Yann Sommer der Held"
FC Basel bleibt dank Last-Minute-Glanztat seines Schlussmanns im Champions-League-Rennen / Nach 1:1 gegen Molde kommt Thun.
FUSSBALL. "Magne Hoseth hätte der Held sein können. Jetzt ist eben Yann Sommer der Held. Das ist das Leben. Das ist Fußball." So beschrieb Ole Gunnar Solskjær, der Trainer des norwegischen Meisters Molde FK und frühere Stürmer von Manchester United, am Mittwochabend jenen Moment in der 92. und damit drittletzten Minute des Auftritts seines Teams beim FC Basel, der über Sein oder Nichtsein in der Qualifikation zur Champions League entschied.
Der Einzug des Schweizer Doublegewinners in die Playoffs als letzte Stufe vor der Gruppenphase (Auslosung heute, Freitag) hing am seidenen Faden eines Elfmeters. Nach dem 1:0-Sieg in Molde genügte den Baslern im Rückspiel der dritten Quali-Runde vor 18 600 Fans im St.-Jakob-Park das 1:1 (0:1)-Remis. Hätte jedoch Sommer nicht mit seiner finalen Glanztat Hoseths Strafstoß (Foul von Gastón Sauro an Vegard Forren) pariert, wäre es für den 2012er Achtelfinalisten der Königsklasse heuer international in den Europa-League-Playoffs weitergegangen. Und vor der Super-League-Heimpartie des Tabellenvierten gegen den FC Thun (Dritter) am Sonntag (16 Uhr; live auf SF 1) wäre die Stimmung in Fuß-Båle arg gedrückt gewesen.
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Gegen Molde erlaubte sich Rot-Blau zunächst "eine Katastrophenhalbzeit", wie Schlussmann Sommer festhielt – nicht ohne das Gegentor von Jo Inge Berget (32.) mit auf die eigene Kappe zu nehmen. Nach der Pause beantwortete der FCB die "Frage des Investments" (Coach Heiko Vogel) neu, kam dank des Tors von David Degen (75., auf Vorarbeit von Markus Steinhöfer und Marco Streller) zum Ausgleich und nicht zuletzt auch dank der erstmaligen Einwechslung des flinken Ägypters Mohamed Salah zu frischer Offensivkraft. Indes, gegen einen Gast, dem nach dem Eingeständnis Solskjærs "in den letzten 20, 25 Minuten die Energie ausging", wollte den erneut ohne den verletzten Torjäger Alex Frei angetretenen Bebbi der erlösende Siegtreffer nicht mehr glücken. Und so war es denn Zeit für jenes Schlussszenario, in dem Bankchef Vogel "die Dramatik auf den Höhepunkt getrieben" sah.
"Beim Penalty stehen die Chancen immer 50 zu 50", erklärte Sommer, der 1,83 Meter große Mann des Abends, zur intuitiven Wahl der richtigen Ecke. Und fügte an: "Im Moment habe ich eine ganz gute Quote." Wie wahr. Knapp drei Monate ist es her, dass der 23-Jährige dem FCB im eidgenössischen Cupfinale gegen den FC Luzern in Bern die Trophäe bescherte, indem er nach einem 1:1-Patt nach 120 Minuten im Elfmeterschießen zweimal hielt. Und dass Chefcoach Vogel über seinen famosen Keeper sagte: "Ich möchte ihn niemals hergeben."
Autor: Winfried Dietsche



