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10. Juni 2009
Münstereck
Jetzt wird gepokert
Nach der Wahl ist vor den Koalitionsverhandlungen. Je nach Ergebnis könnten diese die Freiburger Kommunalpolitik ganz schön durcheinander wirbeln, kommentiert Uwe Mauch.
Die Würfel sind gefallen, jetzt wird gepokert. Die Splittergruppen im neuen Gemeinderat spielen dabei die entscheidende Rolle. Je nachdem, wer wie mit wem zusammengeht, könnten unterschiedliche Fraktionen das Vorschlagsrecht für den Posten des Sozialbürgermeisters haben, der im Frühjahr gewählt wird. Und der heißt derzeit Ulrich von Kirchbach, SPD. Kein Wunder, dass die Genossen alle Hebel und Handys in Bewegung setzen, um sich zu verstärken. Denn sollte die bisherige Fraktionsgemeinschaft der "Unabhängigen Listen" bestehen bleiben und zudem die linksalternative GAF ins Boot holen, hätte sie mit neun Sitzen so viele wie die SPD, wäre aber dank größerer Stimmenzahl formal die drittstärkste Kraft im Rat. Zwar ist unter Fachleuten umstritten, ob Fraktionen oder Parteien das Vorschlagsrecht für den Beigeordneten-Job haben. Doch die Sozialdemokraten müssen mit dem Schlimmsten rechnen. Dass ausgerechnet Irene Vogel aus dem bewährten UL-Bündnis ausschert, ist unwahrscheinlich. So wird sich die SPD auf Simone Pflaum von Junges Freiburg, auf das Duo der Grünen Alternativen und vor allem auf die Kulturliste konzentrieren. Egal, wo die Gruppierungen schließlich anheuern, sie werden es nicht umsonst tun. "Jetzt wird verhandelt", sagt Kulturlobbyist Atai Keller und wird das Bestmögliche für seine Sache und vielleicht auch für sich selbst herausholen. Das ist legitim und gehört zum politischen Geschäft. Es wird noch Wochen dauern, bis die zehn Parteien und Gruppierungen sich sortiert haben. Und es ist nicht auszuschließen, dass den Ergebnissen der Kommunalwahl vom Sonntag noch weitere Überraschungen folgen.
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Autor: Uwe Mauch
