Jazz

Johannes Mössinger stellt sein Quartett jm4 in Freiburg und Lörrach vor

Reiner Kobe

Von Reiner Kobe

Do, 08. November 2018 um 19:20 Uhr

Rock & Pop

Neue Partner, neuer Sound: Der Freiburger Jazz-Pianist hat ein neues Quartett gegründet. Das stellt sich bei Konzerten in Freiburg und Lörrach dem Publikum vor.

Auf den ersten Blick verwirrend ist die Vier, die neben den Kleinbuchstaben jm auf dem Plakat nach rechts oben gerückt ist. "jm hoch vier", sagt Johannes Mössinger, " ist unsere neue Erkennungsmarke". Fürwahr ist der umtriebige Freiburger Pianist, der sich bislang als Jazz-Solist und mit seinem New York Trio und New York Quartet einen Namen hat, mit Eifer dabei, wie er erklärt, "einen neuen Sound zu entwickeln und neue Partnerschaften" einzugehen.

Zuerst erinnerte sich der 54-Jährige an Andy Hunter. Mit dem amerikanischen Posaunisten, derzeit in der WDR-Bigband tätig in Köln, ist er in den vergangenen drei Jahren immer mal wieder im Duo aufgetreten. "Eine besondere musikalische Verbindung" ist vorhanden. Und: die sich der menschlichen Stimme annähernde Posaune ergibt mit dem Klavier ein einzigartiges Klangbild.

Die nächste Überlegung Mössingers galt der Rhythmusgruppe, die frischen Schwung in das neue Quartett bringen und selbstredend von einem perkussiv gespielten Piano angetrieben werden sollte. Sofort fiel ihm auch Adam Nussbaum ein. Mit der Zusage des amerikanischen Schlagzeugers ging ein Traum in Erfüllung. Mössinger: "Nussbaum besitzt ein Alleinstellungsmerkmal, weil er ein hochmodernes Schlagzeug spielt, aber nicht in aktuellen Strömungen, sondern einfach nur druck- und energievoll ist".

In der Tat verblüfft der 63-jährige New Yorker, der hierzulande mit der George Gruntz Concert Jazz Band bekannt wurde, durch subtile Wechsel zwischen dienender Begleitung, Akzenten und melodischem Gewebe. Dies ist allemal spannender als die ausgedehnten Soli vieler technischer Großmeister. Deshalb zählt Nussbaum, der gern von einer "Balance von genug Ego und Eingehen auf die Situation" spricht, zu den begehrtesten Partnern bei Aufnahmen zahlreicher zeitgenössischer Größen des Jazz. Last but not least blieb der Bassist. Martin Gjakonovsky, einst als Begleiter Paul Kuhns im Jazzhaus Freiburg zu erleben, kennt Mössinger "über Jahre", ist aber jetzt erstmals in einer seiner Bands. "Er passt rein."

So hat über wenige Wochen hinweg ein neues Quartett zusammengefunden. "Wir kennen uns alle", bilanziert der Pianist, "haben aber noch nie zusammengespielt". Dass es klappen wird, ist anzunehmen – schließlich sind alle vier beteiligten Musiker sehr erfahrene Profis. Großspuriger Ankündigungen wie der von den zu erwartenden "magischen Klangwelten", hätte es sicher nicht bedurft. Es genügt, wenn Mössinger für die Premiere im Freiburger E-Werk "eine Mischung von sehr lyrischen bis intensiven Momenten" verspricht. Dazu angetan sind seine neuen und natürlich alten Kompositionen allemal.

Konzerte: Mittwoch, 14. November, Freiburg, E-Werk, 20 Uhr; Donnerstag, 15. November, Freiburg, Schiff, Workshop mit Adam Nussbaum, 19.30 Uhr (!, korrigiert, ursprünglich war eine falsche Zeit angegeben); Freitag, 16. November, Lörrach, Jazztone, 20.30 Uhr.