Leichtathletik

Johannes Vetter aus Offenburg ist Weltmeister im Speerwerfen

sid, gg

Von sid & gg

Sa, 12. August 2017 um 22:57 Uhr

Leichtathletik

Johannes Vetter von der LG Offenburg ist Weltmeister im Speerwerfen. Der 24-Jährige gewinnt mit 89,89 Metern und holt die erste Goldmedaille für den Deutschen-Leichtathletik-Verband bei den Titelkämpfen in London.

Vetter beförderte seinen Speer zweimal ganz nahe an die 90-Meter-Marke. Thomas Röhler aus Jena wurde im letzten Durchgang noch vom Bronze-Rang verdrängt.Angereist als die drei Besten der Welt wurde der Showdown um den WM-Titel nicht nur in der deutschen Leichtathletik-Szene mit Spannung erwartet. Johannes Vetter (LG Offenburg) hatte Olympiasieger Thomas Röhler (LC Jena) mit 94,44 Metern in Luzern (Schweiz) erst vor einem Monat den deutschen Rekord (93,90 Meter) abgejagt und am Donnerstag mit 91,20 Metern den weitesten Wurf in einer WM-Qualifikation überhaupt erzielt. Andreas Hofmann (MTG Mannheim) ist mit seiner Bestleistung von Metern 88,79 Metern der dritte DLV-Medaillenkandidat gewesen.

Siegesweite gleich im ersten Wurf

Und der Wettbewerb nahm von Anfang an gewaltig an Fahrt auf: Johannes Vetter, der kräftigste unter den deutschen Speerwerfern, der fast immer volle Pulle wirft und der sich technisch zuletzt extrem verbessert hat, donnerte den Speer im ersten Versuch nahe an die 90-Meter-Marke – das erste erklärte Ziel fürs Finale – auf 89,89 Meter. Zu diesem Zeitpunkt konnte er noch nicht ahnen, dass es auch die Siegerweite gewesen sein sollte. Und auch im zweiten Anlauf segelte sein Fluggerät auf eine ähnliche Weite (89,78 Meter). Prompt visierte auch der Tscheche Jakub Vadlejch diesen Bereich an: 89,73 Meter (Bestleistung!), nur 16 Zentimeter hinter Vetter.

Auch Thomas Röhler zeigte von Beginn an ein hohes Niveau: Bei 87,08 und 88,26 Metern landeten die ersten beiden Würfe. Hinter ihm machte jedoch ein zweiter Tscheche Druck: Petr Frydrych haute in Runde vier und fünf 87,93 Meter raus. Und zog im letzten Durchgang mit 88,32 Metern an Röhler vorbei. Damit musste der Jenaer wie schon bei der WM in Peking (China) mit Platz vier Vorlieb nehmen. Silber und Bronze schnappten sich die Tschechen Vadlejch und Frydrych.

Extrem ehrgeizig

Gold aber war Johannes Vetter nicht mehr zu nehmen, der seinem Trainer Boris Obergföll jubelnd in die Arme fiel. Der letzte Speerwurf-Weltmeister aus Deutschland war 2011 Matthias de Zordo (86,27 Meter). Der aus Dresden stammende Vetter war 2015 nach Offenburg zu Trainer Boris Obergföll gewechselt, hatte in jenem Jahr und 2016 noch zusammen mit Ex-Weltmeisterin Christina Obergföll trainiert. Die zweimalige Olympia-Zweite, die nach Rio 2016 ihre aktive Laufbahn beendete, charakterisierte schon im vergangenen Jahr die Stärke von Vetter: "Der ist noch ehrgeiziger als ich." Seit er in Offenburg trainiert hat sich der neue Weltmeister um fast 15 Meter gesteigert. Nach dem deutscjhen Meistertitel in Erfurt und dem deutschen Rekord in Luzern sicherte sich der Olympia-Vierte nun seinen ersten großen Titel.