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15. Mai 2009 11:47 Uhr
Jugendparlament am Oberrhein tagte in Breisach
Jugendliche fordern "Europa-Unterricht" in der Schule
Mehr Europa-Unterricht in der Schule sowie vielfältige Begegnungen von Jugendlichen in einer größeren Zahl von Ländern Europas – so lauten 2 Forderungen, die das Jugendparlament am Oberrhein bei seiner Sitzung in Breisach in einer Resolution verabschiedete.
"Die Frage lautet: Was kann hier in der Region geschehen?", erklärt der ehemalige Europaabgeordnete
BREISACH (ca). "Ich finde, das sollten wir noch verändern", sagt eine Schülerin und erklärt auf Französisch, warum die Formulierung unglücklich gewählt ist. Mehr als 30 Jugendliche von beiden Seiten des Rheins sitzen in der Breisacher Jugendherberge zusammen und diskutieren über ihre Ergebnisse.In mehreren Arbeitsgruppen machten sich die 16- bis 19-Jährigen darüber Gedanken, wie die Zukunft Europas aussehen soll.
Dietrich Elchlepp, Initiator der Schülerkonferenz. Vor 10 Jahren gründete er den Verein Jugendparlament Oberrhein. "Das Planspiel ist eine Veranstaltung der grenzüberschreitenden Begegnungen. Hier kommt die Jugend zu Wort", betont der Vorsitzende.
Sie hätten eher zufällig von dem Projekt erfahren, berichten die Schüler. "Das Interesse an Politik verbindet uns", sind sich die Jugendlichen einig. Erstmals würden 2009 besonders viele Franzosen mitdiskutieren, erklärt Elchlepp. "Die Verständigung untereinander ist kein Problem", sagt Detlef Hoffmann, der wie Andres Meihofer und Patrice Meunier aus dem Elsass für die Organisation der Konferenz zuständig ist.
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Die meisten Jugendlichen seien zweisprachig und zur Not helfe einer als Dolmetscher aus. "Die Schüler sind sehr sensibel und versuchen, ihre Vorstellungen in der Sprache des anderen auszudrücken", lobt Hoffmann. Das Thema der europäischen Jugendbegegnung lautete in diesem Jahr: "Die Zukunft der EU: Wohin soll die Reise gehen?". Vor allem konkrete Vorschläge, was am Oberrhein verbessert werden könnte, waren das Ergebnis.
Die Mitglieder des Jugendparlaments forderten unter anderem grenzüberschreitende Bahntickets für Jugendliche zu erschwinglichen Preisen und gemeinsame Sportevents in Form mehrtägiger Camps, um das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Sie schlugen zum Beispiel eine oberrheinische Fußballliga ("UEFA Oberrhein") vor. Zudem sprachen sie sich dafür aus, das Schulfach Europa verbindlich einzuführen.
Auch Punkte wie die strikte Einhaltung des Verbots bestimmter Düngemittel in der Landwirtschaft in ganz Europa, einen Mindestlohn zur Existenzsicherung und mehr Rechte der Europäischen Union auf sozialpolitischen Feldern wurden in der Resolution festgehalten.
"Diese wird an das Europaparlament, einige Europaabgeordnete, den Oberrheinrat und die Kommunen weitergeleitet", informierte Elchlepp. Die sollten hören, was Jugendliche zu Europa zu sagen haben, betonte er.
Autor: ca
