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04. Juni 2009

"Rheinfelden braucht frischen Wind"

BZ-Interview mit Patrick Da Rugna, der mit 18 Jahren als jüngster aller 120 Gemeinderatskandidaten für die SPD antritt

  1. Patrick Da Rugna Foto: Waldszus

RHEINFELDEN. Zehn der 120 Kandidaten zur Gemeinderatswahl sind unter 30 Jahre alt. So auch der 18-jährige Patrick Da Rugna, der für die SPD-Fraktion ins Rennen geht. Über die Wünsche und Motivation sprach der jüngste aller Gemeinderatskandidaten mit Pascal Waldszus von der BZ-Jugendredaktion.

BZ: Patrick, wie kommt ein 18-Jähriger zur Kommunalpolitik?

Da Rugna: Ich interessiere mich seit vier Jahren für Politik. Meine Familie sprach oft über politische Themen und irgendwann habe ich mich auch interessiert. Anfangs konnte ich nicht immer mitreden, mittlerweile denke ich aber, argumentiere ich auf einem hohem Niveau.

BZ: Und was interessiert dich an Politik?

Da Rugna: Der gesamte Ablauf: Die Art, wie sich Meinungen in unserem Land bilden, Ansätze debattiert und schlussendlich in Gesetzesform gebracht werden.

BZ:
Das hört sich ziemlich trocken an. Wieso sollten sich junge Menschen für Politik dennoch engagieren?

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Da Rugna: Weil wir das Recht dazu haben und nur so diese Gesellschaft nach unseren Vorstellungen verändern können. Es ist schade, wenn junge Leute nicht wählen. Das stärkt nur die Parteien, die gegen unsere Demokratie kämpfen.

BZ: Woher kommt die Motivation sich für den Gemeinderat aufstellen zu lassen?

Da Rugna: Im vergangenen Dezember ging ich auf die Fraktionsvorsitzende zu, da ich SPD-Mitglied werden wollte. Da kam man bald auf mich zu und fragte, ob ich Lust hätte mich aufstellen zu lassen.
BZ: Was für Ziele haben Sie in der Politik?

Da Rugna: Mein erstes Ziel: Ich will mal bundespolitisch aktiv werden. Außerdem will ich zeigen, dass junge Leute am politischen Geschehen teilnehmen können. Drittens denke ich, Rheinfelden braucht einen frischen Wind und neue Ideen.

BZ: Wo genau braucht es nach deiner Meinung einen frischen Wind?

Da Rugna: In der Kinder- und Jugendpolitik, darüber hinaus setze ich mich für eine Erweiterung des Bürgerheims, die Sicherung der Chefarztstelle im Krankenhaus und die Stärkung der Innenstadt ein. Meine oberste Priorität ist aber ein zentrales Jugendhaus. Es kann nicht sein, dass es in einer Stadt mit 32 000 Einwohnern so wenig Möglichkeiten für junge Menschen gibt und wir nach Lörrach oder Steinen in die Disco müssen.

BZ: Darf man als Stadtrat in die Disco?

Da Rugna: (lacht) Ich denke, ich werde mich menschlich nicht groß verändern, aber mich politisch mehr engagieren.

BZ: Hat ein 18-Jähriger schon politische Vorbilder?

Da Rugna: Ja, Gerhard Schröder. Er ist der Grund, wieso ich mich für Politik interessiere. Seit Motto "Erst das Land, dann die Partei" hat mir, wie seine Rhetorik und sein Durchsetzungsvermögen imponiert. Vor allem die Art, wie er sich bei der Agenda 2010 über die Köpfe anderer hinweggesetzt hat. Sie hat Früchte getragen. Sein Motto "Wer nicht kämpft, hat schon längst verloren" habe ich mir übrigens zum Lebensmotto gemacht.

BZ: Schröders Voraussicht bei der Agenda 2010 in allen Ehren, zeugt seine Haltung des Über-die-Köpfe-hinweg-Regierens nicht von einem mangelnden Demokratieverständnis und ist, zumindest teilweise, für die Spaltung der SPD und miese Umfragewerte verantwortlich?

Da Rugna: Ich meine, er war ja in dieser Zeit der Kanzler, er wusste schon, was er tut. Außerdem hatte er ja seine Fachberater, die ihn informiert haben. Aber es kann schon sein, dass wegen dieser Art einige in die Linkspartei eingetreten sind.

BZ: Was sagen deine Freunde zu deinem politischen Interesse und Kandidatur?

Da Rugna: Da habe ich ihre vollste Unterstützung. Sie haben ja die gleichen Wünsche wie ich und finden das toll, dass ich mich so aktiv engagiere. Wer hoch hinaus will, muss früh anfangen.

Das Projekt "Jugend wählt die Politik" wird unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung (LpB), der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) und dem Landesjugendring (LJR). Alle Beiträge sind unter www.badische-zeitung.de/jugend-waehlt-die-politik zu finden.

Autor: paw