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22. Mai 2009 14:08 Uhr
Hauptschüler diskutieren über Kommunalpolitik
Starkes Interesse an Jugendgemeinderat
Hauptschüler in Buchenbach diskutierten, warum sich Jugendliche um Politik kümmern und sich einmischen sollen.
BUCHENBACH. Schülerinnen und Schüler der 9. Hauptschulklasse setzten sich mit der Frage auseinander: "Welche Chancen bietet die Kommunalpolitik Jugendlichen?". Die Jungen und Mädchen sind 15 und 16 Jahre alt, besitzen also noch nicht das Wahlrecht. Aber dass sie aufmerksam die Entscheidungen von Gemeindeverwaltung und Gemeinderat sowie die Zukunftspläne der Kandidaten für die Wahl am 7. Juni beobachten, daran ließen sie kürzlich in einer zweistündigen Diskussionsrunde keinen Zweifel.
Im Mittelpunkt des regen Meinungsaustauschs untereinander und mit den beiden Lehrkräften, Klassenlehrerin Veronika Watzek und Referendar Jonathan Goedecke, standen folgende Fragen: Warum sollte man sich als Jugendlicher im kommunalen Geschehen engagieren? Warum lohnt sich ein kommunalpolitisches Engagement nicht? Können Jugendliche, die das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, kommunalpolitische Entscheidungen entscheidend beeinflussen? Was würde ich als Jugendlicher tun, wenn ich Bürgermeister wäre?In allen vier Themenbereichen war die Meinung nicht einhellig. Es ging lebhaft um Pro und Contra. Sich in der Gemeinde zu engagieren, hielten Schüler für wichtig, um damit ihre Zugehörigkeit zur örtlichen Bevölkerung auszudrücken. Der Grund, sich abseits zu halten, wurde vor allem in dem Mangel an Einflussmöglichkeit auf die Gemeindeverwaltung gesehen. Außerdem, so hieß es, seien in der Gemeinde sehr viele Engagierte vorhanden, denen man ohne weiteres diese Aufgabe überlassen könne.
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Unverkennbar war die Absicht, sich auch in den Jahren bis zur Wahlberechtigung in kommunalpolitische Entscheidungen einzumischen, indem man engen Kontakt zu den Entscheidungsträgern hält.
Der Wunsch nach einem Jugendgemeinderat, für den nach baden-württembergischen Kommunalwahlrecht Jugendliche ab 16. Lebensjahr kandidieren können, wurde in der Schülerrunde lebhaft diskutiert. Bürgermeister Wendelin Drescher, der aus der Runde heraus telefonisch nach seiner Meinung zu diesem Jugendgremium befragt wurde, zeigte sich in dieser Frage prinzipiell offen, sofern es ernsthafte Bemühungen aus den Vereinen und von den Jugendlichen selbst geben würde, einen Jugendgemeinderat einzurichten. Es dürfte in dieser Angelegenheit nach der Wahl im Juni spannend werden.
Die Schülerrunde endete noch mit einer anderen Wunschvorstellung. Das Spektrum der Absichten und Maßnahmen unter der Frage "Wenn ich Bürgermeister wäre" reichte von einer umfassenden Waldputzete über die äußere Umgestaltung des Schulgebäudes bis zu mehr Jugendfestivitäten in Buchenbach.
Autor: Ulrich Kluge
