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19. September 2009
World-Wide-Wahlkampf
Die Rolle des Internets vor der Bundestagswahl
Parteisongs können mit Video runtergeladen werden, Wahlplakate gibt es als Wallpaper, und um der Öffentlichkeit seinen eigenen Standpunkt zu demonstrieren, kann man in Internetforen Gruppen wie "SPD find ich super" oder "Die Grünen find ich gut" beitreten. Die Internetpräsenz der Parteien scheint in Wahlkampfzeiten keine Grenzen mehr zu kennen. Bundeskanzlerkandidaten können im Video Live Chat befragt oder einzelne Parteistandpunkte in Internetforen heiß diskutiert werden. Seiten wie StudiVZ, Facebook, Flickr, YouTube oder Twitter werden für die kommende Bundestagswahl als Werbeplattformen verwendet. Ob Rot, Grün, Gelb oder Schwarz – jede Partei versucht, neue Wege für ihren Wahlkampf zu finden. Bei diesem Überfluss an Kanälen stellt sich allerdings die Frage: Werden Erstwähler durch diese Werbevielfalt überrollt oder sogar vom Wählen abgeschreckt? Oder stellen diese Maßnahmen eine effektive Entscheidungshilfe dar?
Patrick Huber, 20 Jahre alt und angehender Industriekaufmann aus Wehr, berichtet: "Ich werde auf jeden Fall wählen gehen, besonders bei der Bundestagswahl will ich mit entscheiden, wer das Land regiert." Im Internet sei er zwar oft unterwegs, aber nicht regelmäßig auf Seiten wie StudiVZ oder Facebook. Dadurch habe er die Internetpräsenz der Parteien gar nicht so mitbekommen. "Dass die Parteien sich im Internet präsentieren, finde ich prinzipiell sehr gut, denn dadurch werden auch junge Leute erreicht. Ich persönlich treffe meine Entscheidung jedoch eher durch Berichte aus dem Fernsehen und den TV-Duells der Kandidaten."
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Stefan Wittemann (20 Jahre) aus Murg hingegen nutzt das Internet aktiv, um sich zu informieren. Für den Studenten stellt das Internet eine große Entscheidungshilfe dar: "Dank des Internets kann ich mir die Wahlprogramme der einzelnen Parteien jederzeit im Netz anschauen und sie auch miteinander vergleichen. Durch Video-Clips bekomme ich Informationen auch visuell vermittelt und kann sie so besser aufnehmen. Sogar der Wahl-O-Mat war für mich sehr hilfreich. Die Internetpräsenz der Parteien stellt für mich die beste Entscheidungshilfe dar."
Die Studentin Luisa Borghardt (20 Jahre) aus Oberhof findet die multimediale Form des Wahlkampfs ebenfalls nützlich: "Es gibt zwar wahnsinnig viele Infos im Netz, aber man muss sich ja nicht auf alles einlassen. Ich finde, die Parteien verhalten sich zeitgemäß. So erreichen sie bestimmt mehr junge Wähler." Trotzdem informiere sie sich im Internet nicht gezielt über die Parteien, sagt Luisa. Schließlich weiß sie schon längst, was sie wählen wird.
Autor: Nina Witwicki (19), Laufenburg
