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01. August 2012 20:24 Uhr
Randale im Problemviertel
Jugendliche stecken in Mulhouse wieder Autos in Brand
Zwei Nächte in Folge haben Jugendliche in Mulhouse-Bourtzwiller zahlreiche Fahrzeuge in Brand gesteckt. Auslöser war eine Fahrzeugkontrolle, über deren Verlauf es unterschiedliche Angaben gibt.
Die Kontrolle fand am Montagabend statt. Danach warf eine Gruppe von 50 jungen Leuten Steine und brennende Gegenstände auf die Polizeibeamten. Außer einer Straßenbahnhaltestelle und mehreren Mülltonnen wurde vor allem die Schule des Viertels durch Brandsätze schwer beschädigt. Zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren sowie ein 20-Jähriger wurden festgenommen. Das Innenministerium ordnete 60 Beamte einer Spezialeinheit bis auf weiteres in das sozial problematische Viertel ab.
Während die Jugendlichen angaben, sie seien von den Beamten grundlos provoziert worden, weist der Chef der Antikriminalitätseinheit, Alain Martinez, darauf hin, dass die Lage in dem Viertel im Norden von Mulhouse seit Wochen angespannt sei. Die Beamten hätten von jungen Männern, die einen Motorroller schoben, deren Fahrzeugpapiere verlangt. Darauf reagierten die Jugendlichen und eine Gruppe, die die Szene beobachtet hatte, mit Steinwürfen. Daraufhin hätten die Polizisten geschossen. Ein Jugendlicher wurde leicht verletzt.
Oberbürgermeister Jean Rottner unterbrach angesichts der Ereignisse seinen Urlaub und mahnte zur Ruhe: "Unsere Stadt ist kein rechtsfreier Raum." Bourtzwiller gehört zu den Stadtquartieren mit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit und einem hohen Anteil an Bürgern mit Migrationshintergrund.
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Autor: Bärbel Nückles



