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24. Dezember 2008

CDU irritiert von Volkes Stimme

Jungpolitiker distanziert sich von seiner Idee für die Christmette.

Weihnachtsgottesdienste nur für Kirchenmitglieder? Dieser höchst seltsame Vorschlag des Freiburger CDU-Jungpolitikers Thomas Volk sorgte für ein bundesweites Echo samt Synchron-Kopfschütteln über alle Konfessionsgrenzen hinweg. Jeder der zahllosen Kommentare enthielt Worte wie " Blödsinn, Käse, Quatsch" – oder sogar alle drei dieser Vokabeln. Wer auch gar nicht amüsiert ist: die Freiburger CDU.

Eines muss man festhalten: Sogar höchstrangige Kirchenleute haben Stellungnahmen abgegeben, selbst Radio Vatikan opferte gestern etwas von seiner geheiligten Sendezeit für den Vorschlag, der da so ganz direkt aus dem Volk gekommen war. "Das war nicht beabsichtigt, das habe ich nicht gewollt", sagt Thomas Volk nun selbst. Zerknirscht hat er sich gestern am Abend von seiner Äußerung distanziert.

Gedruckt hatte den "Weihnachten-nur-für-Mitglieder"-Spruch" am Montag die Bild. Das Blatt, sagt Volk, sei auf ihn zugekommen. Bei Bild kannte man den Jungunionisten, weil er jüngst als RCDS-Chef schon ein rechtes Medien-Tamtam angezettelt hatte, nachdem ein Juraprofessor in einer alten DDR-Trainingsjacke im Audimax aufgekreuzt war. Nun habe er mit dem Blatt in einem längeren Gespräch über den Stellenwert des Glaubens in der Gesellschaft gesprochen. Das habe Bild auf den einen Satz zugespitzt.

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Bei Freiburgs Christdemokraten gab es gestern längere Gespräche über den künftigen Stellenwert von Thomas Volk in der CDU. Eigentlich soll Thomas Volk auf Vorschlag der Jungen Union für die CDU-Kommunalwahlliste nominiert werden. Das ist offenbar aber nach seinem Weihnachts-Rohrkrepierer nicht mehr so ganz sicher. "Das ist absoluter Käse und ein großer Blödsinn", kommentierte ein merklich um Fassung ringender JU-Chef und CDU-Bundestagskandidat Daniel Sander Volks Vorschlag. "Klar daneben gegangen" – so urteilte auch CDU-Kreischef Klaus Schüle. Natürlich müsse die Kiche für alle Menschen da sein. Schüle gibt sich überzeugt, dass Volk mit etwas Abstand dies auch richtig sehe – und fügt hinzu: "Richtig sehen muss". Wendelin Graf von Kageneck, der Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, hat zu diesem Fall eine Art Weihnachtsbotschaft parat: "Der liebe Gott möge ihm verzeihen – er hat schon größeren Sündern verziehen."

Autor: Joachim Röderer