Backen mit Edeka

Jurymitglied Karla Marinac-Stock

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Mo, 12. Dezember 2016 um 10:28 Uhr

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Anzeige Quereinsteigerin ist die Betreiberin der Dinkelbackstube La Spelta in der Freiburger Sandstraße 4.

Sie war Redakteurin einer Lebensmittelzeitung, kochte und buk für ein Familienmagazin mit Kindern, stellte Kochbücher vor, stieß Projekte an, wie etwa die Messe Kulinart, die Genuss und Stil miteinander verbindet und bis heute in Frankfurt und Stuttgart stattfindet. Die 55-Jährige hat so für sich Lebensmittel von allen Seiten beleuchtet. Leidenschaft treibt sie an, wenn sie selbst kocht und backt.

Karla Marinac-Stock besinnt sich dabei auf die Ursprünge, die Natur, erinnert sich an die einfachen Rezepte ihrer Oma: "Sie hat wunderbar gekocht. Mit den Jahren habe ich auch ihre Rezepte für mich und meine Bedürfnisse optimiert." Weizen taucht auf ihrer Zutatenliste so nicht auf: "Weil es heute nur noch ein reines Industrieprodukt ist. Und mir ist wichtig, erklären zu können, was in meinen Waren enthalten ist." Marinac-Stock entdeckt für sich das Urgetreide Dinkel.

2010 wandert sie nach Dalmatien aus, eröffnet am Meer eine Koch- und Backküche. Ihren Dinkel bezieht sie aus Nordkroatien, ist begeistert von seiner Vielseitigkeit: "Bei meiner Arbeit haben mir die Touristen über die Schulter geschaut." Doch waren keine Touristen da, kamen keine Einnahmen rein; und so kehrt sie 2013 zurück nach Deutschland.

Nun ist sie angekommen in Freiburg. Brot, süße Teilchen und wechselnder Mittagstisch sind ihr tägliches Geschäft. Ihre Produkte gehen nicht namenlos über die Theke. Lulu heißen ihre Zimtschnecken, Sissi ihre Dinkelwickel, wahlweise mit Aprikose oder Vanille gefüllt. "Einzig unser Thekenrenner, das Obstnest, ist noch namenlos", amüsiert sie sich.

Für die Jurorin des Backwettbewerbs müssen die Rezepte der Teilnehmer nachvollziehbar sein. "Wenn ich das Rezept lese, muss ich mir vorstellen können, was rauskommt, auch ohne Bild. Es muss praktikabel sein", so Marinac-Stock weiter, die das Besondere im Einfachen sieht. Die Zutaten sollten frisch sein, vor allem regional: "Dann ist es im Herbst auch mal mehr Kohl." Für die Zubereitung sollte das Equipment ausreichen, das sich in jeder Küche findet. "Ofen, Küchenmaschine und Handrührgerät – viel mehr sollte es nicht brauchen."