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10. August 2016

Armin Schuster: "Die Region kann noch viel aus sich machen"

Der CDU-Bundestagsabgeordnete besucht auf Einladung des Bioland Landesverbandes Baden-Württemberg den Kreuzegertenhof in Riedlingen.

  1. Futter für das liebe Vieh: Armin Schuster versucht’s beim Besuch auf dem Kreuzegertenhof vergeblich mit der Handfütterung. Foto: Reinhard Cremer

KANDERN-RIEDLINGEN (cre). "Die Region kann noch viel aus sich machen": Dieses Fazit zog der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster, der auf Einladung des Bioland Landesverbandes Baden-Württemberg den Kreuzegertenhof in Riedlingen besuchte: "Der Tourist will die Kuh auf der Weide sehen. Das müssen wir ihm bieten", regte Schuster zum Abschluss seines Hofbesuchs an.

Der Bioland Landesverband ist Deutschlands größter Ökolandbau-Verband. Bio stelle nicht mehr eine ökologische Nische dar, so der Verband, sondern sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Für den Besuch Schusters war neben dem Obstparadies Geng in Staufen auch der Kreuzegertenhof der Familie Weber ausgewählt worden. Karl-Friedrich Weber und Sohn Markus, beide Inhaber des Betriebes, führten die Delegation, der auch Kanderns Altbürgermeister Bernhard Winterhalter, Bio-Großhändler Wilhelm Rinklin und Schusters Mitarbeiter Carsten Vogelpohl angehörten, durch die Stallungen. Bewirtschaftet wird der rund 140 Hektar umfassende Hof als Milchviehbetrieb. Insgesamt stehen mit 85 Milchkühen und deren Nachwuchs zirka 200 Rinder der Rasse Deutsches Fleckvieh in den weitläufigen Ställen. Mehrere Hektar Pachtland waren dem Bau des nun fast bis an die Stallungen reichenden Golfplatzes zum Opfer gefallen.

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Im Jahre 1960 war der Kreuzegertenhof als Aussiedlerhof auf Riedlinger Gemarkung an der Grenze zu Kandern gebaut worden. 45 Jahre später konnten ein neuer Boxenlaufstall und der Jungviehstall angegliedert werden. 2009 wurde der Hof schließlich auf Biobetrieb umgestellt.

Nach umfangreicher Beratung habe man sich damals entschlossen, so Markus Weber, sich dem Bioland-Verband anzuschließen. "Er passte zu unserem Betrieb", so der Landwirt.

Armin Schuster ließ sich ausführlich über Haltung, Absatzchancen und Preise informieren. Markus Weber erklärte, dass ein Biobauer wohl zirka 45 Cent ab Hof für den Liter Milch bekomme, die Kühe jedoch mit rund 5500 Litern Milch über 2000 Liter weniger pro Jahr gäben, als konventionell gehaltene, da bei ihnen auf die Zugabe von Kraftfutter verzichtet werde. Viele Landwirtschaftsbetriebe, die auf Bio umstellen wollten, so der Verbandsgeschäftsführer Christian Eichert, könnten nicht aufgenommen werden, da sie häufig finanziell so schlecht gestellt seien, dass sie die Umstellung nicht finanzieren könnten.

Bei dem Hof der Webers war dies anders, da die Landwirtschaft schon vorher extensiv betrieben wurde. Der Bundestagsabgeordnete erfuhr auch, dass Biolandkühe nur solche sind, die auch in einem Biolandstall zur Welt kommen.

Als Fazit zog Schuster aus seinem Besuch, dass "die Region noch viel aus sich machen" könne. Scheinbar seien der Golfsport und die Viehhaltung gegensätzlich, doch seien sie nur zwei Seiten einer Medaille: So dürften die in die Landwirtschaft fließenden Fördermittel auch nicht als Subventionen für die Bauern angesehen werden. Ohne diese Gelder, so Schuster, fehle der Region etwas – im Endeffekt dann auch die so dringend benötigten Touristen.

Autor: cre