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10. Februar 2012
Der Birnbaum als Kulturgut
Kanderner Handwerker engagieren sich für Streuobst / Bund Kandern will neue Birnbäume setzen.
KANDERN. Alte Birnbäume auf Kanderner Gemarkung erhalten und zudem neue pflanzen: Das ist das Anliegen von Thomas Mayer sowie des Nabu (Naturschutzbund) und des Bund (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) Kandern mit Christine Speck. 6000 Euro hat Pflasterbauer Mayer, dem Streuobstwiesen am Herzen liegen, bei seinen Handwerkskollegen bereits gesammelt.
"Dass ein solcher Betrag zusammenkam, hat mich sehr gefreut", sagt Mayer. Mit diesem Geld sollen nun alte, aber noch vitale Birnbäume, die landschaftsprägend sind, sachkundig beschnitten und gepflegt werden, so dass sie weitere 20 bis 30 Jahre erhalten bleiben.Gleichzeitig will der Bund Kandern alte widerstandsfähige Birnbaumsorten nachpflanzen – die Suche nach diesen alten Sorten ist allerdings nicht einfach: "Überall haben wir schon angefragt, aber im Gegensatz zu alten Apfelsorten hat kaum eine Baumschule die alten Birnbaumsorten konserviert", stellt Mayer fest. Mayer ist ein Birnbaumfan und findet, dass diese Obstbaumsorte gerade im Frühling ein echtes Schmuckstück ist. "Birnen blühen viel schöner als Kirschen", ist seine persönliche Meinung. Er hat beobachtet, dass gerade seit dem vergangenen trockenen Jahr viele alte Birnbäume auf Kanderner Streuobstwiesen, an Straßen und in Hofanlagen "abgängig" sind. Da sie jahrelang nicht gepflegt wurden, sind nun viele Äste abgebrochen. Manch’ alter Baum ist nicht zu retten. "Die Birnbäume trugen – begünstigt durch das schöne Frühjahr – teilweise bis zu einer Tonne an Früchten – das war für viele alte Bäume eben zu viel", sagt er.
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Dass die alten Birnbäume, die viel höher werden als Kirsch- und Apfelbäume, langsam von den Markgräfler Wiesen verschwinden, bedauert auch Christine Steck, die berichtet, dass diese hohen Exemplare ganz bestimmte Vogelarten anziehen.
eine ungeheure Artenvielfalt"
Christine Steck
Eine ganze Birnbaumallee steht auf der kleinen Verbindungsstraße von Kandern nach Feuerbach, die hinter dem Golfplatz über den Berg führt.
Pfefferer rechnete vor, dass man mit dem gesammelten Betrag und der Mithilfe von Freiwilligen schon acht bis zehn Bäume erhalten kann. "Wir brauchen vor allen Dingen noch Helfer, die interessiert daran sind, das abgesägte Holz, darunter auch sicherlich einige dicke Äste, abzuholen und zu verarbeiten – bei uns wäre sozusagen kostenlos schönes Kaminholz zu haben, und uns wäre beim Saubermachen geholfen", warb Mayer, der nun baldmöglichst die Besitzer der ausgesuchten Bäume über die Stadt ermitteln und dann loslegen will.
Autor: Jutta Schütz
