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17. April 2009 16:54 Uhr
Binzener Jungunternehmer rüstet Fahrräder auf
Der Elektromotor hilft müden Beinen
Der Binzener Jungunternehmer Simon Dobslaw setzt auf die Umrüstung gewöhnlicher Fahrräder und versieht sie mit Elektromotoren, die müde gewordenen Radlerbeinen am Berg nachhelfen.
"Ich kann Ihnen viel erzählen, aber das bringt nichts, wenn Sie es nicht selbst erlebt haben," sagt Simon Dobslaw, der mit seiner Start-Up Idee "Ekone" eben den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hat. Vor dem Interview heißt es also für die Reporterin erst einmal in die Pedale treten – auf einem schwarzen Mountainbike mit Elektromotor. Einen Anstieg in den Reben, der sonst nur unter Anstrengung zu bewältigen wäre, geht’s locker hinauf – dank Elektromotor, der das Treten unterstützt.
Vom Konzept Elektrofahrräder ist der 26-jährige Firmeninhaber Simon Dobslaw voll überzeugt. Vor allem Berufspendler möchte er für die Fortbewegung mittels Elektromotor gewinnen: "Damit kommt man unverschwitzt im Büro an."
Dabei hatte Simon Dobslaw, der bis zu seinem zehnten Lebensjahr auf einer Missionsstation in Peru aufgewachsen ist, zunächst ganz andere Pläne: Er wollte eine Firma gründen, in der er schwer erziehbaren Jugendlichen eine Perspektive vermitteln konnte. "Jungs interessieren sich immer für Autos," also machte er nach seinem Abitur eine Lehre als KfZ-Mechatroniker. Das erste Startkapital erhielt er von Familienangehörigen. Bislang arbeitet er noch in Teilzeit in seinem angestammten Beruf als Automechaniker weiter. "Ekone" nennt er sein Unternehmen. "Weil man selbst am Berg mit einer ikonenhaften Haltung radeln kann," meint er lachend und fügt hinzu "Wir wollen einen Maßstab setzen – für Mobilität, Gesundheit und Umweltbewusstsein."
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"Das ist nicht nur ein Markt der Zukunft, sondern eine großartige Chance, die Regio grüner zu machen," betont der Jungunternehmer. Laut Angaben des Branchenverbandes wurden im Jahr 2007 bereits 65 000 E-Räder in Deutschland verkauft – Tendenz steigend. Inklusive Verbrauch und Abnutzung des Akkus kommen die Kosten pro Kilometer auf zwei bis fünf Cent, gegenüber 25 bis 80 Cent beim Auto, rechnet Dobslaw vor. Der Kohlendioxid-Ausstoß liege bei fünf Gramm, der eines Autos bei 150 bis 350 Gramm pro Kilometer.
Unterstützt wird Simon Dobslaw von zwei freien Mitarbeitern, einem KfZ-Meister, der sich um Wartung und Service kümmert sowie einem Fahrradmechaniker. "Ekone" vertreibt eine breite Palette von Elektrofahrrädern, darunter vierrädrige Elektroscooter für Personen mit Gehbehinderungen, City- und Tourenfahr-räder bis hin zu Mountainbikes. Auch Umrüstungen werden von der Firma ausgeführt.
Die Akkus sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich, die bis zu 70 Kilometer halten, bevor sie geladen werden müssen. Dabei setzt Simon Dobslaw mit seinen Partnern ganz auf Mobilität. Die Firma hat kein Ladengeschäft, sondern präsentiert sich mittels "Er-Fahrbar"-Ständen. Service und Wartung wird vom mobilen Dienst direkt beim Kunden vor Ort angeboten. Demnächst will die Firma auch Elektroroller ins Angebot aufnehmen. "Derzeit befinden wir uns damit noch in der Testphase," erklärt Simon Dobslaw. Doch die Ideen sind noch längst nicht ausgeschöpft: Sie reichen vom Fahrradverleih bis hin zu Elektroskateboards und sogar Elektro-Crossmaschinen. Derzeit laufen bereits Verhandlungen über eine spezielle e-Motocrossstrecke. Außerdem setzt Simon Dobslaw auf Synergien mit Hotels und Gemeinden in der Region, um spezielle Miet- und Leasingpakete anzubieten.
Infos: Erstmals präsentiert sich "Ekone" anlässlich des Frühlingsfestes am 18./19. April in Binzen. Dort wird Simon Dobslaw mit seinem "Er-Fahrbar"-Stand anzutreffen sein und Probefahrten auf den Elektrobikes anbieten. Mehr auch unter http://www.ekone.de
Autor: Birgit-Cathrin Duval
