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08. Dezember 2017

Die Kosten laufen davon

Nur mit höherem Zuschuss lässt sich der Betrieb der Kandertalbahn aufrechterhalten.

  1. Instandhaltungsmaßnahmen an den Kandertalgleisen erfordern einiges an Finanzkraft. Foto: Maier

KANDERTAL. Jüngst hatte sich der Verwaltungsausschuss mit den Betriebskosten der Kandertalbahn beschäftigen müssen und dem Antrag grünes Licht gegeben, im kommenden Jahr zum bisher üblichen Zuschuss von 26 500 Euro weitere 15 000 Euro draufzusatteln. Inzwischen ist klar, bei einer einmaligen Zuzahlung wird es nicht bleiben. Der Zuschuss müsse insgesamt wachsen, um den Betrieb angesichts der gestiegenen Kosten aufrechterhalten zu können.

"Wir gehen davon aus, dass wir künftig immer mehr an Geld für den Betrieb aufbringen müssen", erklärt Rainer Pach als Geschäftsführer des Zweckverbands Kandertalbahn. Dabei geht es für den Zweckverband nicht nur darum, die insgesamt gestiegenen Kosten ausgleichen zu können. Das eigentliche Problem liege darin, dass im Betrieb inzwischen immer neue Kostenstellen anfallen, weil viele Aufgaben nicht mehr wie bisher von den Ehrenamtlichen erledigt werden können und teils auch gar nicht erledigt werden dürfen.

So steht die Kandertalbahn etwa vor dem Problem, dass ein über viele Jahre stark engagiertes Mitglied durch seine Befähigung als Mitarbeiter der DB auch Prüfungen an den Weichen der Kandertalbahn vornehmen konnte – ohne, dass dafür zusätzliche Kosten entstanden. Für den Eisenbahner, der nun altersbedingt kürzer treten will, gibt es im Verein aber keinen Ersatz, so dass diese Prüfungen nun jeweils extern vergeben werden müssen. Ähnliches gelte für die stetig steigende Zahl an Zertifizierungen, die die Kandertalbahn so wie alle Transportunternehmen vorlegen muss, um die Betriebserlaubnis nicht zu verlieren.

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"Das sind alles Kosten, die wir bisher in dieser Form nicht hatten und die wir selbst durch noch so großes ehrenamtliches Engagement nicht vermeiden können", erklärt Pach das Dilemma. Das habe nun dazu geführt, dass die Kandertalbahn künftig auf einen höheren Betriebskostenzuschuss angewiesen sei.

Auch wenn die Steigerung um 15 000 Euro zum bisherigen Zuschuss von 26 500 Euro (Plus 56 Prozent) gewaltig wirke, so müsse man in Betracht ziehen, dass der Zuschuss in den vergangen 17 Jahren, seit er die Geschäfte leite, nicht mehr angepasst wurde, verteidigt Pach den Antrag.

Autor: Ulrich Senf