Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

25. Juni 2015

Die Vermessung der Stadt

Kanderns Straßennetz 23 Kilometer länger als gedacht / Auch Zusatzleistungen erhöhen die Kosten.

  1. Das Kameraauto von Eagle Eye lieferte wertvolle Daten. Foto: Jack Kulcke

KANDERN. Das Straßennetz der Stadt Kandern ist weit umfangreicher als angenommen. Das hat die Befahrung des Unternehmens Eagle Eye ergeben, das die entsprechenden Daten für die Eröffnungsbilanz zusammengetragen hat, die die Stadt im Zuge der Einführung des neuen doppischen Rechnungswesens benötigt. Außerdem will die Stadt neben den Daten zum Zustand der Straßen weitere Informationen nutzen, die Eagle Eye gesammelt hat. Dass dafür nachträglich weitere Finanzmittel benötigt werden, führte im Gemeinderat zu kritischen Wortmeldungen.

Tatsache ist: Anstelle von angenommenen 78 Kilometern belief sich das vom Kamerafahrzeug abgefahrene Straßen- und Wegenetz, das sich in Obhut der Stadt befindet, schließlich auf 101 Kilometer. Für diese doch stattliche Steigerung seien unter anderem Verbindungsstraßen und Gehwege an Kreisstraßen verantwortlich, erläuterte der stellvertretende Rechnungsamtsleiter Fabian Häckelmoser.

Auf Wunsch des Bauamtes sollen auch erfasste Linien- und Punktobjekte, also die genauen Positionen und Maße von Straßenleuchten, Gullydeckeln, Rinnen, Schildern oder Einläufen, in das Geoinformationssystem eingepflegt werden. "Das wird sich später auszahlen", war sich Bürgermeister Christian Renkert sicher, denn, um Informationen zu einzelnen Straßenleuchten oder Schächten zu bekommen, müsse man künftig keinen Arbeiter mehr hinaus zum Objekt schicken.

Werbung


Dennoch stieß das nachträgliche Hinzubuchen im Gremium auch auf Kritik – auch wenn alle Redner anerkannten, dass es Sinn macht, die zusätzlichen Daten mit aufzunehmen. "Das hätte man seitens Eagle Eye aber von Anfang an auch so kommunizieren müssen", meinte Johann Albrecht. Auch Rudolph Mayer hatte das Gefühl, "dass bei kommunalen Aufträgen gerne mal draufgesattelt wird".

Bürgermeister Renkert erläuterte, dass man die Hinzubuchungen immer noch ablehnen könne. Nur: Sollte man später doch auf diese Daten zurückgreifen wollen, dann werde das Einpflegen wesentlich teurer. Da Stadt und Rechenzentrum eine Erfassung aller Daten in einem Zug anstreben, sei eine rasche Entscheidung erforderlich. Beim Auftrag an Eagle Eye war man am 15. Dezember 2014 von 78 Kilometern Straßennetz und 49 722 Euro Kosten ausgegangen. In den Haushalt hatte man vorsorglich 60 000 Euro eingestellt. Nun, bei tatsächlichen 101 Straßen- und Wegekilometern und der Verwertung weiterer Daten, kommt man auf Kosten von 76 876 Euro, was bei vier Enthaltungen auch akzeptiert wurde.

Die Daten zum Zustand der Straßen, auf deren Basis ein Sanierungskonzept erstellt wird, bekommt der Gemeinderat noch im Detail vorgestellt.

Autor: Herbert Frey