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23. September 2011

"Ich bin angekommen, der Einstieg wurde mir sehr leicht gemacht"

In ihrem ersten Jahr als Schulsozialarbeiterin hat Cynthia Dörfler in Kandern einiges bewegt / Wiedereröffnung des "Downtown" ist vielversprechend angelaufen.

  1. Setzte gleich im ersten Jahr viele Akzente: Cynthia Dörfler Foto: Privat

KANDERN (hf). "Ich bin in Kandern angekommen, der Einstieg hätte besser nicht laufen können", bilanzierte Cynthia Dörfler (24) am Montag im Gemeinderat ihr erstes Jahr als Schulsozialarbeiterin im August-Macke-Zentrum. Was die Diplom-Sozialpädagogin der Dieter-Kaltenbach-Stiftung im Rahmen ihrer 50-Prozent-Stelle auf die Beine gestellt hat, das beeindruckte die Gemeinderäte.

Zunächst erläuterte die Neu-Inzlingerin, wie sie ihre Rolle versteht: "Schulsozialarbeit sollte auch in der Schule stattfinden", führte sie aus. Das bedeutet für sie, dass sie im Schulzentrum Präsenz zeigt und dann für Schüler, Lehrer und Eltern auch jederzeit ansprechbar ist. Dennoch beschränkt sich ihre Arbeit nicht auf die Schule, im Gegenteil: Cynthia Dörfler bemüht sich, stets das gesamte Lebensumfeld der Schüler, also auch ihre Familiensituation und ihre Freizeitgestaltung, mit einzubeziehen, um individuelle Einzelfallhilfe leisten zu können. Mit Problemfällen sei sie, wie sie auf Nachfrage von Fritz Höferlin ausführte, durchaus konfrontiert worden. Dabei habe sie auch mit den Eltern den Kontakt gesucht.

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Wichtig ist Cynthia Dörfler aber auch, dass die Schüler und Lehrer nicht nur zu ihr kommen, wenn bereits Konflikte aufgetreten sind. Mit offenen Angeboten versucht sie, den Gemeinschaftsgeist zu stärken und damit präventiv zu wirken. Das alles müsse – das ist ebenfalls eine Leitlinie der Schulsozialarbeiterin – auf freiwilliger Basis, also "mit den Jugendlichen und nicht gegen sie", geschehen.

Die engagierte Sozialarbeiterin konnte einige Beispiele anführen: So hatte eine Klasse die Idee, zum Thema Sucht Bildergeschichten zu kreieren, die dann mit Hilfe und unter Anleitung Cynthia Dörflers umgesetzt werden konnte. Und als sie die Renovierung und Wiedereröffnung des Schülercafés in Angriff nahm, meldeten sich über 30 Schülerinnen und Schüler, um an der Gestaltung der Räume mitzuwirken. Auch eine Winterfreizeit hat Cynthia Dörfler mit großem Erfolg angeboten – 26 Jugendliche waren mit Skiern, aber auch mit einfachen Schlitten, mit von der Partie. Rudolph Mayer freute sich, dass die neue Schulsozialarbeiterin vor Engagement "geradezu sprudelt".

Bewährt habe sich, dass sie gleich zu Beginn mit dem Kollegium einen pädagogischen Tag abgehalten habe, um Ziele und Regeln abzustecken. "Alle in der Schule wissen, dass sie sich mir anvertrauen können", wies sie auf ihre Schweigeverpflichtung hin.

Sehr gut angelaufen ist auch die Wiedereröffnung des Jugendzentrums "Downtown", das seit 1. September ebenfalls von der Kaltenbach-Stiftung Lörrach betreut wird. Deren Geschäftsführer Joachim Sproß freute sich, dass mit der Wiedereröffnung auch zahlreiche Jugendliche, die zuvor nicht zur Klientel der Einrichtung gehört hatten, den Weg ins "Downtown" gefunden haben, um das sich drei Fachkräfte der Stiftung kümmern. "Das Publikum ist sehr gemischt, die Jugendlichen sind zwischen 13 und 15 Jahre alt", informierte Sproß.

Autor: hf