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24. Oktober 2012

"Ist kein K.O.-Kriterium"

Der Erste Landesbeamte Walter Holderried hält Umfahrung und Regio-S-Bahn für vereinbar.

  1. Im Rümmingen kämpft man weiter für die Ortsumfahrung. Foto: Archivbild: Frey

RÜMMINGEN. "Die Regio-S-Bahn scheitert nicht an der Rümminger Ortsumfahrung", ist sich der Erste Landesbeamte und Leiter des Dezernats Verkehr und Strukturpolitik im Landratsamt, Walter Holderried, sicher. Entsprechend wird er heute Nachmittag im Kreistag auch dafür eintreten, dass die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Umfahrung auf den Weg kommt – mit dem von Rümmingen geforderten Anschluss der Lörracher Straße.

"Die Umfahrung ist kein K.O.-Kriterium für den späteren Ausbau der Regio-S-Bahn", relativiert er den Sturm der Entrüstung, den der Hinweis auf die Einwände des Verkehrsministeriums in der Beschlussvorlage des Umweltausschusses hervorgerufen hat. "Wir haben viele, ganz andere Punkte, die wir für die Regio-S-Bahn überprüfen müssten, von Kurvenradien bis zur Streckeführung. Da hätte Rümmingen nur einen ganz kleinen Anteil an den offenen Fragen und für den schienengleichen Übergang fände sich dann auch sicher eine entsprechende Lösung", ist er sich sicher. Ausdrücklich verweist Holderried darauf, dass die Kandertalbahn heute ja sogar eine Bundesstraße schienengleich kreuze.

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Dass die Bedenken des Verkehrsministeriums, von denen Holderried erklärt, dass man sie den Gemeinden im Vorfeld zumindest mündlich mitgeteilt habe, überhaupt in die Beschlussvorlage Eingang gefunden habe, sei eher eine Frage der Vollständigkeit als der Gewichtung. Die Argumentation von Ministerialdirektor Bäumer beruhe nämlich auf der Annahme einer großen Umfahrung, an die neben Rümmingen auch weitere Gemeinden angeschlossen würden und die dann zu einem Verkehrsaufkommen von 15 000 Fahrzeugen am Tag führen könnte. "Da wäre ein Zehnminutentakt bei der Regio-S-Bahn dann doch problematisch", erläutert er den Einwand.

Anders als im Umweltausschuss des Kreistags werde er heute auch die Lösung mit einer Anbindung der Lörracher Straße favorisieren, so wie sie ausdrücklich von der Gemeinde Rümmingen gefordert wurde. Allerdings sei damit klar, dass dies nur in Verbindung mit einer "sehr restriktiven Verkehrslenkung" Sinn mache, damit die Autos nicht weiterhin durch den Ort rollen. Zudem werde gefordert, dass ein Sicherheitsauditor zum frühestmöglichen Zeitpunkt die Machbarkeit der Trasse beurteile. Bisher existierten nur recht grobe Abschätzungen über die Steigungen entlang der künftigen Trasse. Ob die Straße tatsächlich gegen die geltenden Richtwerte der Straßenbauer verstoße, würde aber erst die Entwurfsplanung ans Licht bringen – umso wichtiger sei es, dass man mit der Planung vorankomme, erläutert Holderried.

Autor: Ulrich Senf