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24. Oktober 2011

Schreiben als ihr Lebenstraum

Die in Kandern lebende PR-Fachfrau Ellen Heinzelmann hat mit "Der Sohn der Kellnerin" ihr erstes Buch veröffentlicht.

  1. Ellen Heinzelmann bei der Lesung in Egisholz. Foto: OUNAS-KRÄUSEL

KANDERN/EGISHOLZ. Mit strahlendem Lächeln wendet sich Ellen Heinzelmann ihren Zuhörern zu, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Gerade hat sie in der Rüttehofstube bei Egisholz aus ihrem ersten Roman gelesen, der unter dem Titel "Der Sohn der Kellnerin" die nicht alltägliche Geschichte eines musikalisch hochbegabten Kindes erzählt. Zeit ihres Lebens hat Ellen Heinzelmann davon geträumt, Bücher zu schreiben. Mit 60 Jahren ist die Marketing- und PR-Fachfrau nun aus dem Berufsleben ausgestiegen und hat sich diesen Traum erfüllt.

"Mein Vater war ein Ästhet der Sprache", sagt die hochgewachsene schlanke Frau. Wenn sie oder ihre beiden Brüder etwas ausgefressen hatten, verhängte er keinen Hausarrest. Stattdessen ließ er seine Kinder Aufsätze schreiben. Ihrem ersten Aufsatz gab Ellen Heinzelmann den Titel "Krishan" und erzählte darin von der Freundschaft zwischen einem jungen und einem alten Mann, von der Trauer des jungen Mannes, als der Alte stirbt. Einen Sinn fürs Tragische habe sie schon immer gehabt, so die Autorin.

Ellen Heinzelmann wuchs in einem kleinen Dorf bei Waldshut auf. An der Fachhochschule Nordwestschweiz studierte sie Betriebswirtschaftslehre, Marketing und PR. Später arbeitete sie im Marketing, unter anderem in der chemischen Industrie.

Werbung


Bildung und vor allem ihr Sprachtalent waren für sie die Schlüssel zum Aufstieg. Schon als junge Frau half sie Kollegen und Freunden mit geschliffen formulierten Briefen in misslichen Situationen, etwa um eine Kündigung abzuwenden. "Ich habe die Verantwortlichen bei der Moral gepackt", verrät sie ihr Erfolgsrezept. Zuletzt arbeitete sie als PR-Verantwortliche in einem großen Basler Unternehmen: Sie schrieb Artikel für Fachzeitschriften, entwarf Reden und arbeitete als Redakteurin. Außerdem übersetzte sie Texte ins Französische und Englische und dolmetschte bei Verhandlungen. Eine Zeit lang blieb Ellen Heinzelmann auch zu Hause, um ihre beiden Kinder großzuziehen. Während all dieser Jahre hatte sie einen Traum: "Meine Ambition war: Irgendwann möchte ich ein Buch schreiben." Heute lebt Ellen Heinzelmann mit ihrem Mann in Kandern und hat sich diesen Traum erfüllt.

Im Sommer 2010, mit 60 Jahren, stieg sie aus dem Berufsleben aus, machte mit ihrem Mann eine Weltreise und begann danach zu schreiben. Ihr erstes autobiografisch geprägtes Buch hat Ellen Heinzelmann bereits unter Pseudonym veröffentlicht. Nach dem "Sohn der Kellnerin" schreibt sie schon an ihrem zweiten Roman mit dem Titel "blutsverwandt". Um das Schreiben eines Romans bewusst zu erlernen, hat sie sich Fachliteratur besorgt. "Bisher schreibe ich intuitiv", erzählt Ellen Heinzelmann. Während des Schreibens lebe sie mit ihren Figuren, suche für jede die ihr angemessene Sprache. "Der Alexander, der ist mir ans Herz gewachsen", sagt sie während der Lesung über den Helden ihres ersten Romans.

Ihr Verlag "Books on Demand" übernimmt das Drucken der Bücher. Alles andere organisiert Ellen Heinzelmann selbst: das Lektorat, die Gestaltung des Einbandes, die Werbung. Die Lesung auf dem Rüttehof war ein erster Schritt in die Öffentlichkeit. Im Frühjahr plant die Autorin weitere Lesungen in der Region.

Autor: Regine Ounas-Kräusel