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22. Oktober 2010

Sozialarbeiterin als Ansprechperson

An der August-Macke-Schule in Kandern wurde gestern eine erste positive Bilanz der Arbeit Cynthia Dörflers gezogen.

  1. Bürgermeister Bernhard Winterhalter (von links) und Rektorin Ursula Willscheid stellten an der August-Macke-Schule in Kandern gestern die Sozialarbeiterin Cynthia Dörfler vor, die die Kaltenbach-Stiftung entsendet, von der Joachim Sproß zur Vorstellung gekommen war. Foto: Reinhard Cremer

KANDERN. In Zusammenarbeit mit der Stadt Kandern und der Kaltenbach-Stiftung konnte jetzt an der August-Macke-Schule eine Sozialarbeiterstelle geschaffen werden. Seit Anfang September ist Cynthia Dörfler mit dem Abschluss "Bachelor of Arts Soziale Arbeit" – das entspricht dem früheren Sozialpädagogikdiplom – an der Schule tätig.

Bis es aber so weit war, habe viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen, blickte Schulleiterin Ursula Willscheid anlässlich der offiziellen Einführung Cynthia Dörflers am gestrigen Donnerstag auf die Zeit der Entscheidungsfindung zurück. Als Trägerin für die neue Stelle wurde die Kaltenbach-Stiftung ausgewählt, die, wie Bürgermeister Bernhard Winterhalter bei dieser Gelegenheit bestätigte, auf dem Gebiet der Schulsozialarbeit beachtliche Erfolge aufzuweisen habe.

Der 3. Juli 2007, an dem auch die August-Macke-Schule die Auswirkungen der Androhung eines Amoklaufes erfahren musste, habe gezeigt, so Winterhalter, "dass es jederzeit auch uns treffen kann." Allerdings hätten die Planungen für eine Sozialarbeiterstelle schon vorher bestanden. Und bereits Ende der 90er Jahre sei mit dem Bau des Jugendzentrums ein Jugendpfleger eingestellt worden, erinnerte er. Man sei sich allerdings einig gewesen, dass sich auf diese Tätigkeit nicht auch noch die Schulsozialarbeit "aufpfropfen" lasse.

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So sei anfangs an eine 20-Prozent-Stelle für die Schule gedacht und auch im Haushalt der Stadt reserviert worden, wie der Bürgermeister ausführte. In Gesprächen mit der Schule und der Kaltenbach-Stiftung habe man sich jedoch auf eine 50-Prozent-Stelle geeinigt.

Schulsozialarbeit bedeute häufig, zwischen fünf Stühlen zu sitzen, warnte Joachim Sproß, der Geschäftsführer der Stiftung, vor überzogenen Erwartungen. Die Arbeit sei eine qualifizierte Form, Prävention zu betreiben. Mit der 23-jährigen Cynthia Dörfler habe man eine Mitarbeiterin gefunden, die zwar "frisch im Berufsleben" stehe, dennoch über genügend Erfahrung verfüge. Die Schulleiterin konnte dem nur beipflichten. Innerhalb kürzester Zeit sei Dörfler sowohl bei den Schülern, als auch im Kollegium voll akzeptiert worden: "Frau Dörfler kritisiert nicht, sondern sie kommentiert und arbeitet ergänzend." Vorerst ist die Absolventin der Dualen Hochschule in Villingen-Schwenningen montags bis donnerstags jeweils von 8 bis 13 Uhr tätig, wobei der Dienstag dem Gespräch mit Kollegen in der Stiftung vorbehalten ist.

Cynthia Dörfler selber sieht ihre Hauptaufgabe darin, für die Schüler und Schülerinnen eine glaubwürdige Ansprechpartnerin zu sein. Sich selbst sieht die Schulsozialarbeiterin – an die Stiftung bindet sie ein ZehnJahres-Vertrag – langfristig als Begleiterin der Schüler in ihrer gesamten Schulzeit. Das Wichtigste ist für sie, wie sie betonte, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen.

Autor: Reinhard Cremer