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31. Juli 2012 18:37 Uhr

Premiere in Görwihl

Kaninchen-Hop: Hasen-Hürdenlauf in Rotzingen

Wenn Hasen über 40 Zentimeter hohe Hindernisse springen: Junge Züchter des Kreisverbands Mittlerer Schwarzwald haben den Kaninchen-Hop nach Görwihl gebracht – und dabei echte Talente präsentiert.

Sie heißen Hanni und Nanni, Arwen oder Caramell und sind Zwergkaninchen. Keine reinrassigen, aber das spielt keine Rolle, denn sie haben andere Talente. Sie springen gerne hoch und weit. Dass man die niedlichen Tiere ähnlich wie Springpferde über Hindernisse schicken kann, weiß man in Deutschland sei etwa drei Jahren. Damals schwappte Kanin-Hop von Skandinavien hierher. Am Wochenende wurde der ungewöhnliche Sport beim Jugendcamp der Kaninchenzüchter in Rotzingen vorgestellt.

Die Hindernisse sehen aus, wie die, die man vom Springreiten kennt, nur deutlich kleiner. Die tierischen Protagonisten allerdings haben wenig mit Pferden gemein: Zwei lange Ohren, ein flauschiges Fell und ein Puschelschwanz – Deutschland ist dabei, Kaninchen als Sprungtalente zu entdecken. Sechs Gruppen gibt es schon im Badischen Landesverband, verkündet Jürgen Gläser, der Landesjugendleiter, stolz.

In Rotzingen stellen Johanna (13), Lena (15) und Jacqueline (16) vom Kreisverband Mittlerer Schwarzwald ihre flauschigen Vierbeiner vor. Jungs gäb’s beim Kanin-Hop zwar auch, aber nur wenige, sagen die Drei. Ihre Kaninchen entpuppen sich als wahre Sprungtalente – wenn sie denn springen. Ab und an müssen sie von ihren jungen Besitzerinnen, die sie an der Leine führen, sanft überredet werden, mit Schnalzen oder einem leichten Schubser von hinten. Nanni, ein schwarz-weißes Langohr, hat seine ganz eigene Taktik. Mit der Nase stupst es die oberste Stange der Hürde runter, bevor es entspannt über das nun niedrigere Hindernisse hoppelt. "Je kleiner, desto höher springt das Kaninchen", bringt Jürgen Gläser es auf eine einfache Formel. "Mit Riesenrammlern haben wir das auch schon ausprobiert, aber nach einem Hindernis legen die sich platt hin und das war’s."

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Die Zwergkaninchen vom Kreisverband Mittlerer Schwarzwald absolvieren letztlich alle die gerade Bahn mit den sieben Hindernissen. Richtig überzeugen die tierischen Athleten dann auf dem Rückweg in umgekehrter Richtung: Quasi im Schweinsgalopp werden alle Hindernisse, die immerhin bis zu knapp 40 Zentimeter hoch sind, genommen – ohne Stocken, ohne Überredung. Das Phänomen ist schnell erklärt. Am Ende der ersten Bahn sitzt ein aufgeregter Cocker-Spaniel namens Joe Cocker – wie soll er auch sonst heißen. Der kann gar nicht begreifen, dass diese wunderbaren Spielgefährten, die nur drei Meter von ihm entfernt hoppeln, für ihn unerreichbar bleiben. Er winselt jämmerlich und verunsichert so die Kaninchen, die offensichtlich froh sind, wieder von diesem gefährlichen Zuschauer wegzukommen.

Wie bringt man den Kaninchen, die eigentlich Fluchttiere sind, das Springen über Hindernisse bei? Zunächst muss man sie an Geschirr und Leine gewöhnen, sagt Lena. Erst dann beginnt man mit dem eigentlichen Sprungtraining. Und überhaupt müssten die Vierbeiner am Anfang über die Hürden gehoben werden, damit sie überhaupt wissen, was der Mensch von ihnen will. Hätten sie das aber erstmal begriffen, hätten sie auch ziemlich schnell den Bogen raus. In der Tat hoppeln in Rotzingen auch die Kaninchen, die vor gerade mal einem Monat die Bekanntschaft mit Kanin-Hop gemacht haben, über die Hindernisse wie alte Hasen. Sie lassen sich allenfalls etwas schneller aus der Ruhe bringen – von Joe Cocker oder einer Fotografin, die plötzlich neben der Bahn liegt.

Autor: Katja Mielcarek


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