Container stecken noch beim Zoll fest

Michael Masson

Von Michael Masson

Mo, 03. September 2018

Kappel-Grafenhausen

Hauptversammlung des Hilfsvereins für Benin in Kappel-Grafenhausen / Vorsitzende wünscht sich Unterstützung.

KAPPEL-GRAFENHAUSEN. Dass Benin an der afrikanischen Westküste liegt und ein bitterarmes Land ist, dürften die Einwohner der Doppelgemeinde längst wissen. Hier wirkt nämlich schon seit 18 Jahren der gemeinnützige Hilfsverein Entwicklung durch Teilung. 20 Mitglieder waren bei der Hauptversammlung im "Elsässer Hof".

Dazu war auch, wie fast jedes Jahr, Bischof Eugène Houndékon aus Benin angereist. Mit ihm hatte die damalige Pfarrsekretärin Eleonore Dietz den Hilfsverein initiiert, als Houndékon noch als einfacher Priester und Urlaubsvertretung in Grafenhausen tätig gewesen war. Bis heute ist der mittlerweile hohe kirchliche Würdenträger stellvertretender Vorsitzender des Vereins und nimmt großen Anteil am Geschehen. Das hat sich auch auf seinen Nachfolger in der Seelsorgeeinheit Rust, Abbé Martin Djegbate, übertragen. Dietz berichtete als Vorsitzende unter anderem vom mittlerweile neunten, auf den Weg geschickten Transport mit Hilfsgütern. Die waren zuvor von zehn Helfern in Containern in Grafenhausen verstaut worden, kamen dann nach drei Wochen per Schiff am 17. August in der Hafenstadt Cotonou an. Dort liegen sie allerdings noch bis heute beim Zoll fest, wie Dietz sagte. Ihr Inhalt: Nähmaschinen, Flachbildschirme, Computer, Fahrräder, medizinische Geräte, Krücken, Rollstühle, aber auch Schulmaterial, Rucksäcke und Verbandsmaterial.

Das alles könnte man theoretisch auch in Benin kaufen, wenn man es dort überhaupt bekommt und teuer bezahlen kann, so Dietz. Die Transportkosten hat das deutsche "Engagement Global" übernommen, das dem Bundesentwicklungsministerium unterstellt ist. Doch bei ausgemusterten, jedoch einwandfreien Schultischen, -stühlen und -tafeln hakten die deutschen Listenkontrolleure ein. In Benin gäbe es eigene Schreiner. Effekt: Mehrere hundert Euro musste der Grafenhausener Verein nun als anteilige Transportkosten selbst übernehmen.

Bischof Houndékon konnte zahlreiche Fragen der Mitglieder, etwa zu landwirtschaftlichen Gegebenheiten oder dem Beniner Schul- und Berufsausbildungssystem, beantworten. Selbst zum Thema Brunnenbohren ist der Bischof Experte: Solche Wasserquellen seien zwar nötig, aber in Benin schlicht unbezahlbar.

Hilfsgüter selbst vor Ort an Bedürftige verteilt

Eleonore Dietz berichtete, mit vielen Fotos unterlegt, von ihrem Besuch des "Centre des garçons" in Abomey, wo derzeit 16 Straßenkinder leben, um eine Ausbildung als Mechaniker, Schreiner, Schneider oder Elektriker anzustreben. Dort sei mittlerweile eine kleine bescheidene Bäckerei zur Selbstversorgung entstanden. Ansonsten hatte Dietz vor Ort bei den unterstützten Einrichtungen nicht nur vorige Containerinhalte verteilt, sondern auch vor Ort eingekaufte Lebensmittel.

Der Hilfsverein hat laut Dietz 109 Mitglieder – allerdings überwiegend fortgeschrittenen Alters. Das macht ihr Sorge, zumal sie gern weitere Unterstützung hätte, besonders für die Hilfstransporte: "Wenn sich niemand neu dazu bereiterklärt, gibt es andernfalls keine mehr", kündigte sie vorsorglich an. Den dazugehörigen Papierkram würde sie weiterhin erledigen.

Kassiererin Roswitha Schaub berichtete von der Finanzlage. Trotz gestiegener Ausgaben, darunter für einen Wasserwagen nebst Behälter und je 120 Euro als jährlichem Schulgeld für die Kinder sei die Unterstützungskasse noch nicht geleert. Einnahmen gab es aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und aus dem Sommerfest.
Info: Telefon Tel.  07822/61128 oder E-Mail an eleonore.dietz@gmx.net