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13. September 2017

Mit dem Schiff in der Karibik und in New York

Wilhelm Bumann aus Kappel feiert heute seine 80. Geburtstag .

  1. Wilh. Bumann Foto: O. Michel

KAPPEL-GRAFENHAUSEN (omi). Wilhelm Bumann, der heute in Kappel seinen 80. Geburtstag feiert, ist auf Schiffen viel in der Welt herumgekommen. Er wuchs als ältester von drei Kindern bei seinen Eltern Kathrin und Peter Bumann in Rust auf. Da sein Vater im Krieg 1943 gefallen ist, musste er seiner Mutter in der kleinen Landwirtschaft helfen. "Da die Schuhe für bessere Zwecke geschont wurden, musste ich barfuß im Stall misten und auf dem Feld die Arbeit verrichten. Das schmerzte bei Stoppelfeldern besonders", erinnert sich der Jubilar. Die Schule fiel kriegsbedingt sehr oft aus. Nach dem Abschluss der Volksschule besuchte Wilhelm Bumann die höhere Handelsschule in Lahr. "Meine Mutter musste da Schulgeld bezahlen. Wenn die Noten sich verschlechterten, wurden die Gebühren erhöht", erzählt er lächelnd.

Seine erste Anstellung hatte er als Page im "Hotel der Achtermann" in Goslar. Dort verkehrten viele prominente Gäste. "Ludwig Erhard oder Franz Josef Strauß waren darunter", erinnert sich Wilhelm Bumann. Da er nur 20 Mark im Monat erhielt und seine Uniform auch noch auf eigene Kosten sauber halten musste, verließ er 1953 nach einem Jahr Goslar wieder. "Ich konnte mir das nicht leisten."

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Danach heuerte der 16-Jährige auf Frachtschiffen als Messesteward an. Stolz zeigt Wilhelm Bumann das Seefahrtsbuch. Mit dem über 150 Meter langen Fracht- und Passagierschiff "Hornsund" kam er in die Karibik, mit einem Kühlschiff durchfuhr er den Panamakanal. "Durch die Schifffahrt war ich in Miami oder auf dem Empire State Building in New York", erzählt Bumann mit einem Schwärmen. Mit 18 Jahren war Wilhelm Bumann 1955/56 bei der letzen deutschen Walfangfahrt im südlichen Eismeer dabei. Als Chefsteward verließ Wilhelm Bumann 1958 nach fünf Jahren die Seefahrt, kehrte nach Rust zurück und fand 1959 Arbeit im Sägewerk Nestler in Lahr.

1961 lernte Bumann seine zukünftige Ehefrau Rita Bing aus Kappel kennen. Ein Jahr später wurde geheiratet und sie bezogen eine Wohnung in Kappel. 1964 konnte die junge Familie mit drei jungen Töchtern ihr Eigenheim beziehen. 1969 fand der Jubilar bei der Baufirma Dr. Armbruster in Freiburg als Maurer seine letzte Anstellung. 1973 absolviert Bumann die Gesellenprüfung als Maurer vor der Handwerkskammer Karlsruhe. Eine Lehre blieb ihm erspart, da er schon viele Jahre Berufserfahrung gesammelt hatte.

Auch wenn Wilhelm Bumann in seinen jungen Jahren schon viel von der Welt gesehen hatte, machte er mit seiner Frau zum 30. Hochzeitstag eine Reise in die USA und besuchte unter anderem Pittsburgh, Chicago und die Niagarafälle.

Wilhelm Bumann ist heute Selbstversorger, da vor fünf Jahre seine Frau Rita verstorben ist. Die Kinder und die zwei Enkel wohnen mit ihren Familien im weiten Umfeld, so das eine regelmäßiges Zusammenkommen nur schwer sei. Den Geburtstag feiert Wilhelm Bumann im Freundeskreis und mit Nachbarn.

Autor: omi