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04. Juli 2012 20:20 Uhr

Ausbau Rheintalstrecke

Katzenbergtunnel: Am 9. Dezember rollt der erste Zug

Mit dem Katzenbergtunnel steht das größte Einzelbauwerk der Rheintalbahn vor der Fertigstellung. Am 9. Dezember soll der erste Zug durch den Berg bei Efringen-Kirchen rollen und die Region vom Zuglärm entlasten.

Am 9. Dezember wird der Katzenbergtunnel zwischen Efringen-Kirchen und Bad Bellingen in Betrieb genommen: Das steht für die Bahn fest. Ob allerdings auch der gesamte 5,7 Milliarden teure Neubau des dritten und vierten Gleises zwischen Karlsruhe und Basel, zu dem der Tunnel gehört, wie geplant 2020 fertig wird, darüber will angesichts der Fülle von Protesten niemand bei der Bahn eine Prognose wagen (Fotos).

Dass der Ausbau der Rheintalbahn, der Reisezeiten verkürzen und Kapazität für mehr Züge schaffen soll, immer nur "punktuell realisiert wird", sei bei einem Großprojekt wie diesem üblich, betonte ein Bahnsprecher Michael Breßmer gegenüber der Presse am Mittwoch an der Katzenbergtunnelbaustelle. Angesichts der gewaltigen Zahl von 173.000 Einsprüchen gegen die Planung für die Strecke zwischen Offenburg und Schliengen, die den Baufortschritt beträchtlich verzögert haben, überlegt die Bahn inzwischen, noch mehr einzelne Bauabschnitte einzurichten. Erwogen wird, die besonders problematische Etappe zwischen Mengen und Buggingen – dort soll die sogenannte Bürgertrasse realisiert werden – aufzuspalten, um im unstrittigen Bereich rascher weiterbauen zu können.

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Der noch in Bau befindliche Gesamtabschnitt zwischen Schliengen und Eimeldingen mit den Zulaufstrecken zum Katzenbergtunnel soll aber, da ist sich die Bahn sicher, zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember fertiggestellt sein. Bahnchef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Peter Ramsauer hätten sich zur Inbetriebnahme angekündigt, sagte Breßmer.

Werden die Orte wirklich entlastet?

Herz dieses neuen Abschnitts der Rheintalbahn ist der 9,4 Kilometer lange, 520 Millionen Euro teure Katzenbergtunnel. Besondere Weichen erlauben, dass Züge auch mit höherem Tempo problemlos von der bestehenden Strecke in den Tunnel abbiegen können. Dadurch werden auf der alten Trasse bald weniger Züge rollen. Inwieweit die Orte an dieser Strecke – etwa Istein oder Rheinweiler – dann auch die ersehnte Entlastung vom Güterverkehr erfahren, diese Frage blieb offen. Fest stehe, sagte Bahnsprecher Breßmer, dass die Bahn die Infrastruktur dafür schaffe, dass auch tagsüber – wie von der Bevölkerung gewünscht – neben den ICE auch alle Güterzüge durch den Tunnel fahren könnten. Berechnungen der Betriebsabläufe zeigten auch, dass dies möglich sei. Allerdings habe jedes Transportunternehmen, schränkte er ein, die Freiheit bei der Trassenwahl und den damit verbundenen Kosten. Die Bahn könne keinem Unternehmen vorschreiben, den Tunnel zu buchen.

Die östliche der beiden Tunnelröhren ist bereits betriebsfertig ausgestattet, in der westlichen werden derzeit die Schienen verlegt. Einzubauen sind noch Details wie die Steuerung für die Löschwasseranlage. Mitarbeiter der ausführenden Baufirmen wiesen zudem daraufhin, dass der Tunnel eine Weltneuheit bietet: Erstmals wurden auf die sogenannte feste Fahrbahn – das Betonbett, auf dem die Schienen ruhen – weitere Betonplatten aufgelegt, sodass im Notfall normale Straßenfahrzeuge in den Tunnel fahren können. Im August sollen im Tunnel Testfahrten mit speziellen Mess- und Prüfzügen beginnen.

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Autor: Victoria Langelott Video: Florian Kech und Dominic Rock


6 Kommentare

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Hannes Fischer

Registriert seit: 15.01.2010

Kommentare: 446

05. Juli 2012 - 00:02 Uhr

Da darf man ja mal gespannt sein, was da so alles vorgesehen ist, wenn die Züge dank Katzenbergtunnel + Schnellfahrstrecke Offenburg--Baden-Baden
tatsächlich ca. 20min früher als bisher in Basel Bad. Bf ankommen werden.
Theoretisch müssten längst an den regionalen Fahrplänen für Hochrhein und Wiesental gebastelt werden, damit dadurch sich ein Nutzwert für dien Bevölkerung in der Art einer Verkürzung der Fahrzeiten nach Freiburg, Karlsruhe und darüber hinaus ergibt!

Aber diesbezüglich war noch nichts zu vernehmen, wahrscheinlich - und mit dieser Einschätzung werde ich wohl leider Recht behalten - wird vorerst absolut NICHTS angepasst - die ICEs werden ab Dezember wohl etwa zur 22.sten Minute ankommen, während die Weiterfahrt nach Waldshut oder Lörrach dann wie gehalbt zur 48.sten Minute vorgesehen ist!
Wäre etwas anderes geplant, so hätte diese Pressemeldung irgendwie andersartiger gelautet, etwa so:' im Südwesten beginnt ein neues Bahn-Zeitalter - ICE Tunnel geht in Betrieb - Drastische Reisezeitverkürzungen - Ideal für Pendler...usw!!!

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Pia Meier

Registriert seit: 02.09.2011

Kommentare: 20

05. Juli 2012 - 00:20 Uhr

Leider wird es zwischen Basel und dem Katzenbergtunnel für die Anwohner eher lauter als leiser werden....

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Joachim Pape

Registriert seit: 04.12.2009

Kommentare: 638

05. Juli 2012 - 06:50 Uhr

@Pia Meier

Meinen sie, weil für jeden nicht am Fenster vorbeifahrenden Zug stattdessen Sektkorken knallen??

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Pia Meier

Registriert seit: 02.09.2011

Kommentare: 20

05. Juli 2012 - 09:41 Uhr

Sektkorken?

In Eimeldingen sicher nicht!!

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Jochen Kiefer

Registriert seit: 01.06.2012

Kommentare: 66

05. Juli 2012 - 10:22 Uhr

Auch hier zeigt sich mal wieder deutlich, dass die Verschlechterung der (Süd-) Westdeutschen Infrastruktur nicht nur durch fehlende Finanzmittel oder fehlenden politischen Willen verursacht wird. Bei jedem Projekt, ob Ortsumfahrung, Brückenbau, Gleisbau, Bahnhofbau usw., hat immer irgendjemand irgendwo einen Einspruchsgrund. Die Kosten für Verzögerungen und Änderungen - und damit das monetäre Risiko - liegen ja immer bei jemand anderem. Entweder dem Projektplaner oder eben beim Steuerzahler. In anderen Regionen der Republik ist man dankbar für jeden Euro, der zur Verbesserung der Infrastruktur in Aussicht gestellt wird und nimmt ihn dankend an - ohne immer gleich irgendwie wieder dagegen zu sein.
Also Ihr (Süd-) Westdeutschen, ersparrt uns bitte zukünftig (Neid-) Diskussionen um schlechte Straßenverhältnisse (Schlaglochdiskussion), Verschlechterungen der Infrastruktur und Autostaus - wenn niemand die auftretenden Beeinträchtigungen im Rahmen der Verbesserungmaßnahmen für die Allgemeinheit ertragen kann und will.

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Karl König

Registriert seit: 06.03.2012

Kommentare: 7

05. Juli 2012 - 10:34 Uhr

Hallo Herr Kiefer,

ich kann Ihnen sehr wohl zustimmen.

Irgend jemanden muss man leider immer auf die Füsse treten, wenn etwas Neues gebaut wird.

Siehe bestehender Tunnelbau B31 in Freiburg. Viele Bürger wurden entlastet und der Verkehr fließt (meist) und einige neue (weniger) Bürger werden jetzt getroffen.

Allerdings ist für die Mehrzahl der Bürger dies ein Vorteil. Nur weil es immer so war, ist denke ich kein Argument überall in Stillstand zu verfallen!

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