Der Widerstand gegen die Klinikpläne nimmt zu

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 14. April 2018

Kehl

SPD-Ortsverein Kehl lädt zu Podiumsdiskussion ein / "Bündnis" ruft zum Besuch der kommenden Krankenhausausschuss-Sitzung auf.

ORTENAU (BZ). Der Widerstand gegen die Pläne, die Zahl der Klinikum-Standorte im Ortenaukreis unter Umständen zu verkleinern, geht weiter. Unter dem Thema "Agenda 2030 – Einschränkung oder Verbesserung der Versorgung der Raumschaft Kehl?" hat der Ortsverein der SPD eine Podiumsdiskussion für Freitag, 4. Mai, 19 Uhr, in der Stadthalle Kehl angekündigt, unter Beteiligung aller interessierten Bürgerinnen und Bürger.

Die aktuelle Situation in der Krankenhausdebatte sei "mehr als unübersichtlich und teilweise widersprüchlich". Fast schon täglich würden neue Beiträge in den verschiedensten Medien veröffentlicht, mit den unterschiedlichsten Aussagen. Davon sei auch die Stadt Kehl mit ihrem Klinikum betroffen, wo der vorläufige Weiterbetrieb beschlossen, eine Schließung im Rahmen der Agenda 2030 aber nicht ausgeschlossen sei. Das Gutachten, welches kommenden Donnerstag in öffentlicher Sitzung dem Krankenhausausschuss präsentiert wird, sei "wegweisend und gilt genau geprüft zu werden: Wir als SPD Kehl haben uns daher dazu entschlossen, eine Podiumsdiskussion zu organisieren, um den Bürgerinnen und Bürgern der Raumschaft Kehl dieses Thema näher zu bringen, auch deren Sorgen und Nöte zu hören und bestenfalls Antworten zu finden." Dies sei unumgänglich, "da wir gemerkt haben, dass eine große Verwirrung in der breiten Bevölkerung herrscht". Die Angst gehe um, in Zukunft medizinisch unterversorgt zu sein, da eine erste Anlaufstelle für die Bevölkerung wegfallen könnte. Vertreter aus dem Gesundheitswesen und der Politik seien zu der Podiumsdiskussion eingeladen, einige Zusagen lägen bereits vor: "Leider gab es kürzlich eine Absage durch das Ortenau-Klinikum in Person des Geschäftsführers Christian Keller. Dort wurde auf die eigenen Infoveranstaltungen verwiesen, was den Schluss zulässt, dass das Ortenau-Klinikum nur informieren, aber nicht diskutieren will." Vorsitzende Eric Bauer: "Das heißt für uns, noch mehr Flagge für das Krankenhaus Kehl zu zeigen und ihm eine laute Stimme zu geben, damit den Bürgern auch in Zukunft eine Nahversorgung gewährleistet wird."

Derweil ruft "Das Bündnis zum Erhalt und Ausbau aller Ortenauer Krankenhäuser" die Ortenauer Bevölkerung dazu auf, an der Krankenhausausschusssitzung am kommenden Donnerstag, 19. April, um 13 Uhr, im Großen Situngssaal des Landratsamtes teilzunehmen. Dabei wird begrüßt, dass neben der Partei die Linke nun auch die Freien Wähler, die CDU sowie Teile der FDP Fraktion sich für den Erhalt und die Sicherung einer wohnortnahen Gesundheitsversorgung ausgesprochen haben. "Klar ist", so Yannik Hinzmann, "dass diese Mehrheit gegen die geplante Agenda 2030 nur aufgrund des massiven Widerstands in der Bevölkerung zustande kam." Um diese Mehrheit weiter auszubauen, sei es wichtig, offen seine Meinung bei Kreistagssitzungen und bei Demonstrationen kundzutun.

Weiter fordert das Bündnis die Kreistagsfraktionen auf, die Schließung des Srtandorts Gengenbach rückgängig zu machen und die Umwandlung von Kehl, Ettenheim und Oberkirch zu Portalkrankenhäuser abzulehnen. Nur mit einer 24-Stunden- Notfallversorgung an allen existierenden Krankenhäusern lasse sich eine gute Gesundheitsversorgung in der Ortenau gewährleisten.