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16. August 2010 12:33 Uhr
Nächtliche Schüsse
Treiben Wilderer ihr Unwesen in der Ortenau?
Rund um Rheinau und Kehl haben Jäger in den vergangenen Wochen immer wieder nächtliche Schüsse gehört. Sie haben den Verdacht, dass Wilderer ihr Unwesen treiben und sogar nachts vom Auto aus auf Rehwild anlegen.
Die Polizei jedoch hält sich vorerst bedeckt: Ob es lediglich Jugendliche sind, die nächtens mit Schreckschusspistolen herumfuchteln, oder aber Wilddiebe, das lässt Polizeisprecher Emil Roth offen. Sicher ist: Bislang wurden keine Tierkadaver entdeckt. Das war vor einigen Jahren ganz anders. Da hatten Wilderer in der Ortenau mehrfach die Überreste von Rehwild zurückgelassen, nur Keulen und der unter Feinschmeckern begehrten Rücken der Tiere waren entfernt worden. "Wir bitten die Bürger, Augen und Ohren offen zu halten", sagt Karl-Heinz Moll, Pressesprecher der Jägervereinigung Kehl-Achern.
Vor allem erhoffen sich die Jäger Hinweise auf verdächtige Fahrzeuge, die nächtens im Wald unterwegs sind. Denn sie schließen nicht aus, dass die unbekannten Wilddiebe – ganz unwaidmännisch – vom Auto aus auf Jagd gehen. Ein Indiz dafür: In einigen Jagdbezirken zeigt das Rehwild auffällige Scheu vor Autos. Das sei ein eher ungewohntes Verhalten.
Viel mehr können die Jäger zur Aufklärung auch nicht beigetragen. Weder wurden Munitionshülsen im Wald gefunden, noch Überreste von erlegten Tieren. Das freilich muss alles nichts heißen. Viele Wilderer, sagt Moll, arbeiten nach dem Motto "schießen, einladen, verschwinden". Die Täter würden sich nicht lange am Ort des Geschehens aufhalten und das Wild dort, im Gegensatz zum Jäger, auch selten aufbrechen. Deshalb seien vermutlich auch keine Spuren zu finden. Sechs bis sieben Mal wurden in den vergangenen Wochen Schüsse im Wald gehört, und die Jäger sind sich sicher, dass sie nicht von einem der Ihren stammen – schon allein aus dem simplen Grund, dass ihnen der Ansitz auf Rehwild nur höchstens eineinhalb Stunden nach dem Sonnenuntergang erlaubt ist, die Schüsse aber oft tief in der Nacht fallen. Noch spricht man bei der Jägervereinigung von Einzelfällen, erinnert sich aber an verdächtige Beobachtungen im vergangenen Jahr, als man bereits begonnen hatte, nach einen verdächtigen Fahrzeug eines Ausschau zu halten. Doch seinerzeit waren die Dinge im Sande verlaufen.
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Jagdwilderei ist übrigens, sollten die Täter gefasst werden, kein Kavaliersdelikt: In einfachen Fällen drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, in besonders schweren Fällen – zum Beispiel wenn die Tat nachts begangen wird – bis zu fünf Jahren. Die Jäger bitten um Hinweise aus der Bevölkerung unter der info@jv-kehl-achern.de.
Autor: ddn
