Kein Platz für Lachmuffel

Annette Preuß

Von Annette Preuß

Mo, 15. Mai 2017

Glottertal

WIE WAR’S BEI... dem Training mit Lachyogaexpertin Bärbel Hinz-Käfer im Feuerwehrgerätehaus in Glottertal? .

GLOTTERTAL/GUNDELFINGEN. Eine Infektion, die gemeinschaftsfördernd wirkt: Humor und Lachen sind ansteckend und stärken Menschen, wirken wie inneres Jogging. Gute Laune stellt sich ein, wenn man in einer Gruppe ausgelassen lacht, so konnten es Glottertälerinnen und ihre Gäste aus St. Peter erleben, als auf Einladung der Landfrauen Lachexpertin Bärbel Hinz-Käfer ins Feuerwehrgerätehaus gekommen war. Fast zwei Stunden, die lachhaft schnell vergingen, und in denen alle ihr Zwerchfell herausforderten.

Der Einstieg
Gestrenge Sitzordnung an langen Tischen und ein solides Getränkeangebot erwarteten das Publikum. Ältere und Jüngere hatten sich eingefunden, dann und wann machte sich ein erstes Lachen Luft: mal spitz, mal breit. Schließlich sollte gerade das ein abendfüllendes Thema werden. Auf einem Tisch Flyer, Informationsmaterial und Visitenkarten.

Vorwarnung
Bärbel Hinz-Käfer stellte sich als Humorcoach und Lachyogatrainerin vor, ihre Ausbildung habe sie bei Madan Kataria gemacht. Gelbe Smileys, über einen schwarzen Pullover verteilt, und ein locker gebundener gelber Schal unterstrichen ihr Anliegen, die Lachyogamethode vorzustellen, "spielerische Leibesübungen, die jeder spontan mitmachen kann." Und weiter: "Sie sind vorgewarnt! Sie dürfen Schlimmes erwarten. Es geht um Humor und Lachen".

Gesundheitsaspekte
Lachen ist für Körper und Psyche gesund. Intensives Lachen baut Stress ab und entspannt die Muskulatur. Es aktiviert die Tiefenatmung, stimuliert das Immunsystem und unterstützt das Herz-Kreislauf-System. "Die Deutschen sind Lachmuffel", sagte die Referentin, was niemanden unter den interessiert lauschenden Zuhörern wunderte. Der Stress sei schuld, aber man könne ihn abbauen. Vom Lächeln bis zum Lachen in der Lautstärke eines Presslufthammers sei viel möglich.

Mehr Lachen im Leben
"Lachen erzeugt Sympathie und macht jünger" – eine gelungene Überleitung zum praktischen Teil, vom Publikum mit Spannung erwartet. "Zum Lachyoga braucht man weder gute Laune noch Humor oder Witz". Aber was dann? Körpereinsatz war angesagt und leitete den Höhepunkt des Abends ein. Es begann mit vertrauensbildenden Übungen zum Aufbau von Körpergefühl und einem Begrüßungslachen, setzte sich unter anderem fort in pantomimeartigem "Fenster zur Sonne aufmachen", "Diskussionslachen", "Anerkennungslachen", ging über "Antiärger", "Kontoauszug", "Zwei Reihen, nicht lachen" und endete mit "Bärenlachen Rücken an Rücken." Körpereinsatz, Stimmung, Gelächterpegel und Sauerstoffverbrauch stiegen enorm, die Teilnehmer wurden beim Lachtraining regelrecht durcheinandergewirbelt.

Erkenntnis
Durstig, erschöpft und fröhlich kehrte die Gruppe zu den Sitzplätzen zurück. "War alles aussagekräftig und nachhaltig", lautete das Fazit einer Teilnehmerin in die jetzt ungewohnte Stille hinein. Mit Sicherheit hatten die meisten "ihr ganz persönliches Lieblingslachen entdeckt", das sie bei nächster Gelegenheit einsetzen wollen. Jemand wollte denn auch "gleich morgen früh das ,Fenster zur Sonne aufmachen’".