Denzlingen

Festnahme nach Kellerbrand in Hochhaus – Kerze war wohl Auslöser

Max Schuler, aktualisiert um 17.50 Uhr

Von Max Schuler & aktualisiert um 17.50 Uhr

Do, 12. Oktober 2017 um 22:13 Uhr

Denzlingen

In einem Keller eines sechsstöckigen Hauses in Denzlingen ist ein Feuer ausgebrochen. Auslöser war offenbar eine unbeaufsichtigte Kerze. Ein zur Abschiebung ausgeschriebener Mann wurde festgenommen.

DENZLINGEN. Im Keller eines sechsstöckigen Hochhauses in der Denzlinger Schwabenstraße ist am Donnerstagabend ein Feuer ausgebrochen. Auslöser war nach ersten Polizeiermittlungen eine unbeaufsichtigte Kerze.

Ein Mann wurde festgenommen

Ein zur Abschiebung ausgeschriebener Mann aus dem ehemaligen Jugoslawien wurde festgenommen – er soll sich mit der Kerze im Keller aufgehalten haben. Er wurde wegen Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Ansonsten wurde laut Polizei niemand verletzt. Der Schaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

Warum er im Keller war, muss noch ermittelt werden

Weshalb sich der Mann, der laut Polizei nicht im Haus gemeldet ist, im Keller aufgehalten hat, wird jetzt ermittelt. Auch den genauen Ablauf vor dem Brand wollen die Beamten in Erfahrung bringen. Nach jetzigem Kenntnisstand entzündete die Kerze in einem offensichtlich unbeaufsichtigtem Augenblick die brennbaren Habseligkeiten des Mannes, was schlussendlich zum Brandausbruch im Keller führte.

Menschen brachten sich selbst in Sicherheit

Die Bewohner hatten sich am Donnerstagabend selbst in Sicherheit gebracht. Gegen 20.45 Uhr wurde die Integrierte Leitstelle in Emmendingen über den Brand informiert. Die Feuerwehr war schnell vor Ort. 16 Menschen wurden vom Deutschen Roten Kreuz im Freien betreut.

In der Luft lag beißender Rauchgeruch

In der Luft lag beißender Rauchgeruch. Die Denzlinger Feuerwehrleute setzten Rauchmasken auf und löschten das Feuer im Inneren. Sie mussten sich in dem verwinkelten Keller zurechtfinden und nutzten Wärmebildkameras, um weitere Brandherde auszuschließen, wie Emmendingens Kreisbrandmeister Jörg Berger mitteilte. Der Rauch wurde mit Maschinen über den Treppenturm des Hochhauses nach draußen geblasen.

Ein Bewohner moniert schon länger Zustände im Keller

Ein Bewohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, hatte sein Fenster gekippt und war zum Zeitpunkt des Brandes nicht Zuhause. Er wohnt im ersten Obergeschoss, daher drang der Rauch direkt in seine Einzimmerwohnung ein und setzte sich im Teppichboden und in den Gegenständen fest, wie er gegenüber der Badischen Zeitung erzählt.

Er moniert schon länger die Zustände im Keller des Hauses und kann das auch mit Briefen an die Hausverwaltung und Fotos belegen. Immer wieder würde dort Sperrmüll abgestellt, der den Raum zum Teil blockiert. Ob dort unten ein Mensch gehaust hat, war ihm aber nicht bekannt. Aufgrund der Schäden, die ihm bei dem Brand entstanden sind, will er aber Anzeige erstatten.

Hausverwalter schätzt Schaden höher ein

Frank Spittler, Geschäftsführer von dem gleichnamigen Immobiliendienst und der Hausverwaltung, konnte sich nach eigener Aussage auch nicht erklären, was der Mann in dem Keller zu suchen hatte. Offenbar hatte er dort eine Matratze liegen, wovon sich Spittler vor Ort überzeugte. Er schätzt den Schaden wesentlich höher ein als die Polizei, da die Elektrik im Haus stark beschädigt worden sei. Auch die Kabelfernsehversorgung sei kaputt, sodass die Bewohner derzeit kein Fernsehen schauen könnten. Eine Wohnung hänge derzeit an einem Notstromaggregat. Er geht von einem Schaden von 40 000 bis 50 000 Euro aus. Die Schäden sollen schnellstmöglich behoben werden.

Problem mit dem Sperrmüll

Das Problem mit dem Sperrmüll im Keller bestätigt Spittler: "Das ist ein Ärgernis. Wir nehmen das sehr ernst". Zwar gebe es Hinweisschilder und einmal im Quartal eine Sperrmüllaktion, dennoch würden die Bewohner Möbel in Bereichen des Kellers abstellen, wo diese nichts verloren hätten. Auch beim Brand stand Sperrmüll rum, der im schlimmsten Fall Feuerwehrleute an der Arbeit hindert. "Da müssen wir wohl noch restriktiver vorgehen", so Spittler.

Kollegen aus Waldkirch und Vörstetten waren im Einsatz

Nur wenige Meter entfernt von dem Hochhaus findet derzeit im Kultur- und Bürgerhaus die Denzlinger Kulturwoche statt. Eine Zufahrt zu dem Kulturgelände wurde am Donnerstagabend durch die Rettungsfahrzeuge blockiert. Da derzeit die Drehleiter der Denzlinger Feuerwehr nicht einsatzbereit ist, wurden die Kollegen aus Waldkirch zusätzlich angefunkt. Die Leiter kam allerdings nicht zum Einsatz. Ebenso forderte die Einsatzleitung Atemschutzträger aus Vörstetten an. Auch die DRK Ortsverbände von Denzlingen und Vörstetten waren im Einsatz.