Applaus für die veränderten Pläne

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Sa, 08. September 2018

Kenzingen

Im Technischen Ausschuss in Kenzingen ging es am Donnerstag erneut um die Umgestaltung der Hauptstraße.

KENZINGEN. Die Umgestaltung der Hauptstraße sei entscheidungsreif – so kommentierte Bürgermeister Matthias Guderjan die Planung für die Oberflächengestaltung, die am Donnerstag im Technischen Ausschuss vorgestellt wurde. Die Anregungen aus dem Gemeinderat und von an der Diskussion beteiligten Gruppen wie der "Aktion historische Altstadt Kenzingen" (AHA) seien in der aktuellen Planung weitestgehend berücksichtigt worden, so Guderjan.

Aus den Reihen der Zuhörer, darunter AHA-Mitglieder, gab es Applaus für die Änderungen. Nun haben die Stadträte und die an der Diskussion Beteiligten Zeit bis zur Gemeinderatssitzung am 20. September, um sich zu positionieren. An jenem Donnerstag soll die Gestaltung diskutiert und nach den Vorstellungen des Bürgermeisters auch beschlossen werden.

Verlegt werden sollen kleinere Steine als bislang geplant; benutzt werden sollen Natursteine aus Porphyr, Granit und Basalt; das vorhandene Pflaster soll bis auf das aus Sandstein wiederverwendet werden, die Straße vor dem Rathaus soll von der Einmündung der Kirchgasse bis zur Kreuzung gepflastert und damit zum Platz werden. Das sind im Groben die Eckpunkte der neuen Gestaltung, die Planer Peter Sackmann vorstellte.

Den größten Eindruck wird der Rathausplatz machen. Während die Hauptstraße südlich und nördlich davon ein Asphaltband bleiben wird, soll die Fahrbahn hier zum Pflasterplatz werden. Und die gepflasterte Strecke soll deutlich breiter werden als bisher angenommen. Dadurch, dass die Stadt das an das Rathaus angrenzende Gebäude gekauft hat, zwinge sich der größere Platz bis zur Kreuzung geradezu auf, so Sackmann. Für die Fahrbahn hat er größere Steine vorgeschlagen, weil sie durch den Verkehr stärker belastet werden. Zu Bedenken gab er, dass dieses Pflaster anders als das der Gehwege und des Platzes direkt vor dem Rathaus diagonal verlegt werden sollte. Damit entstünde weniger Lärm. Auf den sonstigen Flächen und Gehwegen sollen – wo sie vorhanden sind – die Segmentbögen erhalten bleiben. Von den Gehwegen aus soll die Einmündung der Seitenstraßen ein Stück weit gepflastert werden, die Kirchgasse soll durchgehend Pflaster bekommen.

Man habe in der Planung versucht, die Standorte der Brunnen beizubehalten, so Sackmann. Aus verkehrstechnischen Gründen seien die Planer aber weitgehend bei den bisher vorgesehenen Standorten geblieben. Beim Brunnen neben dem Rathaus soll in geschwungener Form ein "Bächle" angelegt werden. Daneben sind Bänke vorgesehen. Auch der gewünschte Trinkwasserbrunnen soll kommen. Für den historischen Anblick des Rathausplatzes soll Kandelaber sorgen.

Wie die Nachfragen vermuten lassen, wird die Bushaltestelle noch für Diskussionen sorgen. Während die sonstige Abgrenzung der Parkplätze durch den dunklen Basalt erfolgen soll, soll die Einstiegsfläche am Bus in hellem Material gehalten werden. Das entspreche der in ganz Europa für solche Haltestellen angewendeten Norm, so Sackmann. Da sie aber doch einen deutlichen Kontrast zum sonstigen Pflaster bildet, möchte Guderjan mit den Verkehrsbehörden sprechen, wie weit in die Tiefe des Gehwegs der helle Stein verwendet werden müsse.

Rathaus und Gemeinderat seien sich der Verantwortung zur historischen Gestaltung der Hauptstraße immer bewusst gewesen, betonte Guderjan. Mit der weitestgehenden Umsetzung der Vorschläge sieht er den Weg frei, damit am 20. September entschieden, Ende November ausgeschrieben, im Januar vergeben und nach Fasnacht mit dem Bau begonnen werden könne.

Info: Die Pläne sind unter http://www.kenzingen.de einsehbar. Die AHA lädt auf heute, Samstag, 8. September, 18 Uhr, zu einer Infoveranstaltung mit Musik und Bewirtung ins "Alte Grün" ein.