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29. Mai 2013

"Beeindruckend, dass ein Mensch soviel Geduld haben kann"

BZ-INTERVIEW: Der Kenzinger Raphael Kofi bekam Post aus Berlin – und wurde zu einem Empfang bei Bundespräsident Joachim Gauck eingeladen.

  1. Joachim Gauck & Raphael Kofi Foto: Privat

KENZINGEN. Der gebürtige Ghanaer und Wahl-Kenzinger Raphael Kofi war am vergangenen Freitag Gast bei Gauck. Anlass: Vor 50 Jahren wurde die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) gegründet, der Bundespräsident hatte aus diesem Grund Afrikaner und Deutsche mit afrikanischen Wurzeln ins Schloss Bellevue eingeladen – auch Raphael Kofi, der seit 2001 das African Music Festival in Emmendingen organisiert. Patrik Müller sprach mit ihm.

BZ: Herr Kofi, warum wurden eigentlich gerade Sie ins Schloss Bellevue eingeladen?

Kofi: Das habe ich mich auch gefragt. Die Einladung kam am 10. Mai, an meinem Geburtstag. Ich war unterwegs, meine Frau hat mich angerufen und gesagt: Du hast einen Brief bekommen, mit Bundesadler drauf – darf ich ihn aufmachen? Klar, habe ich gesagt, dann hat sie mir die Einladung vorgelesen. Ich habe erst überlegt, ob sie Witze macht. Dann ist mir eingefallen, wer dahinterstecken könnte – und ich habe grinsen müssen.

BZ: Und? Wer steckt jetzt dahinter?

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Kofi: Ich habe gleich gedacht, dass mich Sylvie Nantcha vorgeschlagen haben könnte – sie kommt aus Kamerun und ist CDU-Stadträtin in Freiburg. Ich habe sie dann angerufen und gefragt, ob sie mich da empfohlen hat. Sylvie hat nur gelacht.

BZ: Haben Sie mit Gauck geredet?

Kofi: Ja. Nach dem offiziellen Teil und den Reden gab es einen Empfang. Gauck hat sich die Zeit genommen, mit jedem kurz zu reden. Ich fand es wirklich sehr beeindruckend, dass ein Mensch soviel Geduld haben kann – wir müssen nämlich mindestens 60 Menschen gewesen sein.

BZ: Über was haben Sie mit ihm geredet?

Kofi: Ich habe mich vorgestellt. Gesagt, wer ich bin und was ich mache, dass ich in Emmendingen ein afrikanisches Musikfestival organisiere. Er hat dann gesagt, dass es im Süden einige sehr engagierte Menschen mit afrikanischem Hintergrund gibt – und ich habe ihm erzählt, dass ich es wirklich sehr toll finde, dass der deutsche Bundespräsident einen Empfang zum Geburtstag der Organisation für Afrikanische Einheit veranstaltet.

BZ: Wer war noch alles eingeladen?

Kofi: Es waren viele Prominente da: Gerald Asamoah, der Fußballspieler. Ivy Quainoo, die bei The Voice of Germany gewonnen hat. Und Nelson Müller, der Fernsehkoch – ich habe ein Bild von mir mit Asamoah und Nelson zusammen.

Raphael Kofi ist 41 und stammt aus Ghana, seit 20 Jahren lebt er in Deutschland. Der Kenzinger ist Inhaber einer Trommelschule und organisiert das African Music Festival in Emmendingen.

AFRIKANISCHE EINHEIT

Die Organisation für Afrikanische Einheit bestand aus 53 Mitgliedsstaaten, bis sie 2002 in der Afrikanischen Union aufging. Ziel der Organisation ist es, Einheit und Solidarität der afrikanischen Länder zu fördern und eine einheitliche Stimme des Kontinents zu bilden.  

Autor: BZ

Autor: pam