Bürger zeigen viel Interesse

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Do, 07. Dezember 2017

Kenzingen

Rund 300 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür ins neue Sozialpsychiatrische Pflegeheim.

KENZINGEN. Rund 300 Interessierte haben am Sonntag das neue Sozialpsychiatrische Pflegeheim der Bruderhaus Diakonie (siehe bereits BZ vom 5. Dezember) begutachtet. Insbesondere die Nachbarn im Wohngebiet Balger waren per Flyer eingeladen worden, sich die Einrichtung für 40 psychisch erkrankte Menschen anzuschauen. Die Investitionen von 6,3 Millionen Euro hat Bruderhaus Diakonie auch deshalb gewagt, weil das Fachpflegeheim anders als bisher in Kirnhalden mitten unter der Bevölkerung betrieben werden soll.

Viele der Nachbarn seien auch gekommen, sagt Jürgen Beißinger, Leiter der Pflegeheime der Bruderhaus Diakonie im Kreis Emmendingen (Altenpflege in Teningen und Sozialpsychiatrie in Ottoschwanden sowie jetzt in Kenzingen). Geplant gewesen sei, die Einrichtung von 11 bis 15 Uhr zu zeigen. Letztlich sei es von 10 bis über 17 Uhr hinaus geworden. Viele hätten zur Erkrankung der Bewohner Fragen gehabt. Wie sich das Handicap ausdrückt, sei eine immer wiederkehrende Frage gewesen. Vielen merke man die Erkrankung gar nicht an, bei manchen müsse man mit seltsamem Verhalten umgehen. Jedenfalls seien es alles Bewohner, die nicht in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werden müssten. Weil man von manchen hofft, dass sie irgendwann wieder ein eigenes Leben leben können, habe man Appartements eingerichtet, wo der Alltag schon fast so wie in der eigenen Wohnung sei. Wer letztlich in einem offenen Pflegeheim wie in Kenzingen untergebracht wird, entscheiden die Ärzte im Zentrum für Psychiatrie in Emmendingen. Gerne nehme er das Angebot des Kenzinger DRK-Bereitschaftsleiters Diethelm Scholle an, meint Beißinger. Danach wird im Notfall auch die Bereitschaft in Kenzingen alarmiert. Die kann schnell vor Ort sein und die Zeit überbrücken, bis der Notarzt eintrifft.

Von der Kunst des Kenzinger Künstlerkreises war am Sonntag noch nicht viel zu sehen. Es ist dem Team von Beißinger nicht gelungen, rechtzeitig den Großteil der Werke aufzuhängen. Jedenfalls sind die Bilder, die geschenkt oder geliehen wurden, ganz unterschiedlicher Provenienz. Beteiligt haben sich Ingrid Dietz-Schaumburg, Dieter Feltgen, Annette Götz, Karin Goger-Klundt, Ernst Hickl, Karin Hickl, Christa Ikker, Anne Kirch, Gisela-Marianne Richter, Bruno Strobel, Claudia Strobel und Marianne Tießler.

In dieser Woche ziehen etwa 35 psychisch kranke Menschen und fast ebensoviele Pfleger, Krankenschwestern und Verwaltungspersonal von Kirnhalden nach Kenzingen um.