Elf Künstler aus drei Ländern

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Di, 03. Juli 2018

Kenzingen

Gruppenausstellung in der Kenzinger Galerie Menzel eröffnet.

KENZINGEN. Sehr gut besucht war die Vernissage zur Gruppenausstellung in der Galerie Menzel am Sonntag. Hausherr Thomas Menzel führte dabei in die verschiedenen künstlerischen Arbeiten ein. Den Kunstinteressierten bot sich ein breites Spektrum an Malerei, Fotografie, Skulptur und Druck. Es war die erste Ausstellung mit Künstlern aus dem Dreiländereck in der Galerie – künftig soll sie einmal jährlich stattfinden.

Bei der Organisation einer Ausstellung in Neuf Brisach sei die Idee entstanden, in der Galerie in Kenzingen Werke von französischen, schweizerischen und deutschen Künstlern auszustellen, sagte Thomas Menzel im Gespräch mit der BZ. Zum ersten Mal sind in der Ausstellung auch Menzels Werke in den eigenen Räumlichkeiten zu sehen. Er dankte Helge Emmaneel, der als Kurator die Gruppenausstellung mitgestaltet hat.

"Elf Künstler, die aus ihrer Sichtweise die Dinge darstellen – das ist eine spannende Sache", sagte Menzel. Und tatsächlich ist die Bandbreite groß. Abstraktes hängt neben Realistischem, Farbiges neben Bildern, in denen Schwarz und Grau vorherrschen. Eine kluge Anordnung lässt die individuelle Bildersprache zur Geltung kommen.

Die Bilder von Dennis Zimmermann zeigen Gesichter, die von der Farbgebung und Eindringlichkeit an Anatomiestudien erinnern. Dem gegenüber hängen filigran gezeichnete Werke von Simone Adou, die mit großen Farbflecken Akzente setzt. Ganz auf Farbe setzt Marianne Kraft, deren Werke vertikal angeordnete Spektralfarben aneinanderreihen. Ein Hingucker sind goldene Stoffstreifen, die sich optisch hervorheben. Die Bewegungen beim Aikido hat Claudine Leroy festgehalten. Ihre in Öl auf Leinwand skizzierten Personen strahlen Aktivität und Eleganz aus. Von Leroy sind auch drei Bronzeskulpturen zu sehen. Zimmermann, Adou, Kraft und Leroy stammen aus Frankreich.

In der Schweiz lebt und arbeitet Ina Kunz. Ihre abstrakten Bilder sind in einer speziellen Technik gefertigt: Sie bestehen aus Hadernpapier mit Tusche auf Leinwand. Vor dem tiefschwarzen Hintergrund setzen graue oder schmutzig weiße Streifen graphische Akzente.

Wie mit der Kamera gemalt, wirken die großformatigen Arbeiten von Helge Emmaneel. "Malerei und Fotografie fließen ineinander", erklärte Emmaneel, der von der Fotografie zur Malerei kam.

Surreal wirkende Landschaften entstehen bei Bianca Müllner durch einen besonderen, plastischen Farbauftrag, der an alte Meister denken lässt. Dick wird die Acrylfarbe aufgetragen, die beim Trocknen platzt und so für eine individuelle Bildsprache sorgt. Leuchtend farbig sind die an den Expressionismus angelehnten Bilder von Ruth Gast, deren Frauengestalten einen vielschichtigen Blick auch ins Innere der Persönlichkeiten zulassen.

Almut Quaas dagegen lässt den Betrachter außen vor. Einladend geöffnet sind in einem Werk die sehr realistisch wiedergegebenen Fenster, die jedoch weder einen Blick ins im Dunklen liegende Innere noch nach außen zulassen. Lui Quaas setzt auf Abstraktion und präsentiert grafische Experimente mit Farbakzenten. Arbeiten in Siebdruck stellt Thomas Menzel aus. Er verwendete beispielsweise eigene Fotografien als Vorlage. Zu sehen ist auch eine Installation von ihm: "Goldmann Sachs" zeigt Goldbarren in einem Spiegelschrank. Menzel nimmt damit nach eigenen Angaben auf das auf Gold beruhende Finanzsystem Bezug.

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. August zu sehen: donnerstags bis freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 12 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel. 07644/5588938
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