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09. Februar 2012

Mit der Förster-Nummer gelang einst der Durchbruch in der Bütt

Bernd Meier und Peter Frank stehen beim Kenzinger Zunftkappenabend "D’r Narrespiegel" am Samstag zum 20. Mal auf der Narrenbühne.

  1. Im Spiel ganz ernst, den Schalk im Nacken: Peter Frank (links) und Bernd Meier. Foto: Ute Schöler

KENZINGEN. Beim Vorverkauf zum Zunftkappenabend "D’r Narrespiegel" stehen Hartgesottene schon um 6 Uhr früh am Schwabentor an, wo es ab 9 Uhr die besten Platzkarten gibt. Bernd Meier und Peter Frank haben diese Sorge nicht: Beim diesjährigen Narrenspiegel stehen sie zum 20. Mal in der Bütt. Die BZ traf das Rednerduo im Haus der Oberzunftmeisterin Annette Shkodra.

Sie sind beide Metzgersöhne und beide evangelisch – ein schöner Zufall in der alemannischen Fasnet. Das närrische Hobby entstand beim Sportverein, der bis Ende der 80er Jahre noch eine "Kickerfasnet" ausrichtete. Beim ersten Auftritt war man gerade volljährig. "Vom Humor her sind wir beide gleich gestrickt", erklärt Meier. "Ich bin ja mit ihm gemeinsam in die Schule gegangen", ergänzt Oberzunftmeisterin Shkodra. "Schon damals hat er in der Pause immer Witze erzählt. Wenn ich den gleichen erzählt habe, hat keiner gelacht."

Das erste Thema des Duos war "Metzger on Tour", der rote Faden ein deftiger Spruch: "Stirbt sie nicht am Stich, so stirbt sie an der Wunde." Doch wie funktioniert das letztlich, eine gute Bütt? Bernd Meier erklärt das gern: "Wenn man eine Büttenrede anfängt, spürt man gleich, wie das Publikum reagiert. Dann kommt man in ein Fahrwasser und es läuft." Ein beliebtes Rezept ist, einen Witz auf den Nachbarort umzudichten. Kollege Frank nickt: "Die Bütt hat sich aber ein bisschen verändert. Es ist schwieriger geworden, Lokalgeschehen reinzupacken, und die Leute sind durch Comedysendungen total verwöhnt." Für die ideale Mischung aus Witz und Anekdote fehle zunehmend die Lokalprominenz, meint Frank. "Ein dankbares Thema war vor Jahren Bürgermeisterin Bart. Da sind wir zu viert in Beatles-Kostümen als Bartels aufgetreten." Angst vor der Ideenflaute gibt es dennoch bis heute nicht.

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Zum Testen der Wirkung hatte das Büttenduo lange seinen Spezialindikator: "Kurz vorm Auftritt sind wir immer zu einer Kenzinger Wirtin gegangen, und je weniger die gelacht hat, desto besser sind die Witze auf der Bühne gekommen."

Der Start auf der großen Bühne war 1992 in der ausverkauften Üsenberghalle – mit bis zu 800 Zuhörern eine ganz neue Dimension. Im zweiten Jahr kam der Durchbruch – als Förster. Bei einem Onkel gab es zwei Jagdhörner, dazu 2 Kartons Gewürztraminer und die Leute lachten schon beim reinen Anblick. Ein Höhepunkt war der 1997 von den Kenzingern ausgerichtete Herbstkonvent der Oberrheinischen Narrenzünfte. "Darauf werden wir immer noch angesprochen", versichert die Zunftmeisterin. Die höchste Weihe war jedoch persönlicher Art, wie Bernd Meier erzählt: "Unser großes Vorbild war der Hans-Peter Kaiser, d’ Kuldi – ein großes Kenzinger Original. Ich erinnere mich noch gut an seine Auftritte in der Alten Halle, als meine Eltern mich als Kind mitgenommen haben. Und dann kam d’ Kuldi eines Tages nach unserem Auftritt zu uns, um uns zu würdigen." Auch als für ein Mönchsduo zwei Glatzen zu schneiden waren, half Kaiser – von Beruf Friseur – natürlich gerne.

Nach einigen Jahren als Vierergruppe gibt es in der Kenzinger Bütt mittlerweile zwei Dreierteams. Zwischen 20 und 50 Jahren sind die Akteure, auch der Sohn von "Kuldi" ist seit gut 15 Jahren dabei. Peter Frank ist überzeugt: "Es ist ein wahnsinnsklasse Team – und null Konkurrenzdenken!" Nachwuchs ist jederzeit willkommen.

Zum Abschluss blitzt noch einmal der Humor durch beim Duo Meier/Frank: "Drei Bürgermeister haben wir zerschlissen, aber der Feuerwehrkommandant ist immer noch der gleiche!" Mal sehen, was der "Narrenspiegel" am Samstag bringt.

Info: Zunftkappenabend Üsenberghalle, 11. Februar, 19.59 Uhr. Wenige Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich.

Autor: Ute Schöler