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08. Januar 2014

Mit Schwung ins Jahr 2014

Stadt Kenzingen hat einiges angestoßen und noch viel vor / Ehrenplakette für Günter Krug / Anerkennung für Ehrenamt.

  1. Ehrungen verdienter Kommunalpolitiker beim Kenzinger Neujahrsempfang: Seit 30 Jahren ist Stefan Bilharz Mitglied im Gemeinderat, seit zehn Jahren sind Joachim Pies, Klaus-Dieter Beller, Eberhard Aldinger, Ernst Kaiser und Franz Ehrhardt (von links) dabei. Foto: Ilona Hüge

  2. Die Ehrenplakette der Stadt überreichte Bürgermeister Guderjan an Günter Krug. Foto: Ilona Hüge

KENZINGEN. Die Stadt Kenzingen hatte an Dreikönig traditionell zum Neujahrsempfang geladen. Er wurde mit vielen Gästen gefeiert, mit Ehrungen, musikalischer Begleitung, dem Besuch der Sternsinger und vielen anregenden Gesprächen.

Zu den Gästen zählten der neue Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner (SPD), Landrat Hanno Hurth und die Bürgermeister fast aller Nachbargemeinden sowie die Ortsvorsteher aus Kenzingen und Herbolzheim. Behörden- und Firmenvertreter, Architekten und Planer sowie Repräsentanten der Vereine waren zum ersten Termin der Stadt in den Bürgersaal des Rathauses gekommen.

"Kenzingen geht mit viel Schwung ins neue Jahr. Selten war die Stadt in einer so komfortablen Situation", sagte Bürgermeister Matthias Guderjan. Große Vorhaben seien angelaufen: "Die Feuerwache wird, das Breitenfeld wächst, Gewerbefläche wird nachgefragt." Die Stadt investiere wie nie zuvor und kann sich gleichzeitig entschulden, betonte er. Die energetische Sanierung am Gymnasium wird 2014 fortgesetzt und die Umwidmung der B 3 und damit Tempo 30 für die Kenzinger Ortsdurchfahrt kommt, letztere "wahrscheinlich zum 31. März".

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Die Rahmenbedingungen zur Jahreswende beurteilte der Kenzinger Bürgermeister als "nicht einfach". Guderjan erläutert das an einer Zusammenstellung von Ereignissen in der Welt, im Land und in den Städten und Gemeinden. "Weltweit wird im Jahr 2014 Orwells "1984" von der Wirklichkeit überholt", stellte er fest. "Da sind Sachen möglich, die hat sich vor 50, 60 Jahren nicht einmal ein Science-Fiction-Autor ausdenken können." Grundrechte werden zum vermeintlichen Schutz der Demokratie beschnitten, Herrscher führen Krieg gegen das eigene Volk, Menschen fliehen vor Krieg, Gewalt und Hunger, fasste er zusammen.

Vergleichsweise gut gehe es da "uns in Deutschland", so Guderjan, auch wenn vor Ort über das Hineinregieren in kommunale Aufgaben, über Regelungswut und anderes geklagt werde. Zur guten Lage in Kenzingen gehört für Guderjan auch stets das ehrenamtliche Engagement: "Das Ehrenamt und der Bürgereinsatz sind wichtige Ressourcen" und sie machten das Gemeinwesen wertvoll, sagte Guderjan und dankte allen ehrenamtlich Engagierten in Kenzingen.

Ehrungen für besonderen Einsatz gehören traditionell zum Neujahrsempfang: Die Stadt zeichnet persönliche und sportliche Leistungen aus. Die Ehrenplakette der Stadt ging an Günter Krug. "Sie haben die Schule, den Schulstandort und auch die Stadt geprägt", würdigte Bürgermeister Guderjan den ehemaligen Schuleiter des Gymnasiums Kenzingen und erinnerte an Krugs ungewöhnliche Laufbahn. Er war als Schüler, als Referendar, als Lehrer, Konrektor und bis Sommer 2013 als Schulleiter im Gymnasium Kenzingen.

Für ehrenamtliche Tätigkeit wurden langjährige Stadträte ausgezeichnet. Stefan Bilharz erhielt gleich zwei Ehrungen: Er ist seit 30 Jahren im Gemeinderat der Stadt, "mehr als ein halbes Leben", sagte Guderjan zum Einsatz des 50-Jährigen. Bilharz wurde für 30 Jahre Engagement in der Kommunalpolitik mit der Ehrennadel des Gemeindetags und mit dem Verdienstabzeichen in Gold des Städtetags Baden-Württemberg geehrt. Eine Ehrennadel des Gemeindetags für zehn Jahre als Gemeinderat erhielten Eberhard Aldinger, Klaus-Dieter Beller, Franz Ehrhardt, Ernst Kaiser und Joachim Pies.

Arabelle Reiner erhielt die Sportlerehrung für den dritten Platz bei den baden-württembergischen Bergmeisterschaften im Radfahren. Spontanen und kräftigen Applaus beim Neujahrsempfang gab es für Andrea Brenner. Sie hatte im März einem jungen Familienvater das Leben gerettet. Obwohl nur Passantin und keinesfalls Profi in Erster Hilfe, zögerte sie nicht, sondern half mit einer Herzmassage bis zum Eintreffen der Ärzte. "Jedem, der in eine so extreme Situation der Hilfsbedürftigkeit kommt, ist eine Ersthelferin wie Andrea Brenner zu wünschen", dankte der Bürgermeister.

Umrahmt wurde der Empfang von einem Quintett der Stadtkapelle. Tradition hat der Besuch der Sternsinger. Sie kamen in diesem Jahr erst nach Ende des offiziellen Teils in den Bürgersaal.

Autor: Ilona Hüge