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13. September 2017 16:13 Uhr

Holzbildhauersymposium

Peer Oliver Nau: "Ich lasse mich gerne vom jeweiligen Ort inspirieren"

Die BZ stellt die Teilnehmer des Holzbildhauersymposiums in einer kleinen Serie vor. Heute: Peer Oliver Nau aus Lübeck.

  1. Peer Oliver Nau Foto: privat

  2. Skulpturen von Peer Oliver Nau Foto: privat

Sieben Künstler verwandeln beim 6. Holzbildhauersymposium vom 11. bis zum 17. September wieder den Bürgerpark Altes Grün in Kenzingen in ein Freiluftatelier. Sieben Tage lang arbeiten sie dort an ihren Entwürfen zum Thema "Beste Freunde". Die Künstler sind in Kenzingen keine Unbekannten – alle waren schon mal beim Holzbildhauersymposium dabei. Die BZ stellt sie in einer kleinen Serie nochmal vor. Heute: Peer Oliver Nau, der in der Nähe von Lübeck und in Berlin lebt und arbeitet.

Wer das Kenzinger Rathaus schon mal betreten und am Eingang zum Trauzimmer vorbeigegangen ist, kennt möglicherweise die Skulptur "Die Sterne für dich" von Peer Oliver Nau, die ein Hochzeitspaar zeigt. Das Werk entstand bei Naus erstem Besuch in Kenzingen, beim zweiten Holzbildhauersymposium im Jahr 2009.

Für das diesjährige Symposium hat Nau noch keinen konkreten Entwurf gemacht. "Meine Arbeiten entstehen spontan", sagt er im Gespräch mit der BZ. "Ich lasse mich gerne vom jeweiligen Ort inspirieren." Das sei auch einer der Gründe, warum er Bildhauer geworden sei: "Weil ich mit meiner Kunst Tagebuch führen kann über die Dinge, die mir im Alltag begegnen. In meinem Kopf entsteht dann eine Geschichte." In seine Installationen und Performances involviert er gerne auch Passanten und interessiert sie so für die Problematik der dargestellten Geschichte.

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Peer Oliver Nau, geboren 1971 in Halle an der Saale, arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Bildhauer. Zunächst studierte er an der Humboldt-Universität Berlin Sportwissenschaften. "Ich war immer sehr anatomieverliebt", sagt Nau über sich selbst. "Tanz war und ist für mich das Nonplusultra." Kurz habe er überlegt, Mediziner zu werden. "Aber die Verantwortung hat mich abgeschreckt." Also habe er sich entschieden, Sportwissenschaften zu studieren. Nach einem Praktikum bei einem Holzgestalter und einem Gastsemester an der Universität Greifswald studierte er Holzgestaltung an der Universität für Angewandte Kunst in Zwickau. 2005 absolvierte er ein Gastsemester am Minneapolis College of Art and Design, ehe er das Studium an der Bauhausuniversität in Weimar fortsetzte. Nau präsentierte seine Werke bereits bei verschiedenen Ausstellungen, unter anderem in Deutschland, Spanien, Frankreich, Brasilien und in den USA.

"Holz ist unglaublich flexibel", sagt der Künstler. Meist arbeite er so, dass er zunächst Holzstücke zusammenleime, um dann nach und nach daraus seine Skulptur zu formen. Ein bis zwei Mal pro Jahr nimmt Nau an Symposien teil. "Das letzte Mal in Kenzingen war sehr schön", sagt er. Förster Johannes Kaesler, Besucher und die anderen Bildhauer hätten einen überaus positiven Eindruck hinterlassen. "Ein solches Symposium lebt vom Austausch von Erfahrungen", sagt Nau. Daher freue er sich auch schon auf die Veranstaltung in Kenzingen in der zweiten Septemberwoche.

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Autor: Lena Marie Jörger