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27. Juni 2009
Zwischen Kroaten und Deutschen stimmt die Chemie
Der kroatische Künstler Marko Sosic präsentiert seine Werke in Kenzingen / Marianne Tießler als "Mutter des Gedankens"
KENZINGEN. Eine besondere Premiere ereignet sich vom 30. Juni bis zum 5. Juli in der Aula des Kenzinger Gymnasiums. Erstmals stellt dann mit Marko Sosic ein Künstler aus der kroatischen Partnerstadt Vinkovci seine Werke in Kenzingen aus.
Marko Sosic wurde 1975 in Vinkovci geboren. Mit der Malerei machte er bereits in jungen Jahren erste Erfahrungen, bevor sich zu seiner Schulzeit am naturwissenschaftlichen Gymnasium in Vikovci eine echte Leidenschaft für die Kunst entwickelte. Dort erlangte er 1994 auch sein Abitur, um später in Osjiek Deutsch und Englisch zu studieren und 2001 schließlich sein Diplom in Siroki Brijeg in Bosnien Herzegovina zu erhalten. Seit vier Jahren arbeitet er am Gymnasium in Osijek und beschäftigt sich neben der Malerei auch noch mit Grafik- und Webdesign. Bis heute wurde seine Arbeit von vielen Vorbildern geprägt; unter anderem Leonardo Da Vinci, Barockkünstler wie Abraham Mignon oder deutsche Expressionisten, zum Beispiel Ludwig Kirchner.
In Sosics Werken hat stets der Mensch die zentrale Rolle inne. Übertrieben, ironisch und grotesk stellt Sosic diese Menschen dar, die in seinen Worten "Botschafter" sind und "sich mit uns unterhalten, ohne zu reden". Bisher hatte Sosic fünf eigene Ausstellungen, war an über 40 Gruppenausstellungen beteiligt und hat in vielen Workshops mitgewirkt, unter anderem auch schon in der kroatischen Hauptstadt Zagreb.
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"Sehr froh" über das Zustandekommen der Ausstellung ist auch der Kenzinger Bürgermeister, Matthias Guderjan. "Diese Ausstellung zeigt, dass die Partnerschaft mit Vinkovci lebt. Wir wollen die Öffentlichkeit dazu einladen, an diesem kulturellem Austausch teilzuhaben."
Ebenso betonte Bürgermeister Guderjan das außerordentliche Engagement von Marianne Tießler vom Arbeitskreis Kultur und Soziales der lokalen Agenda Kenzingen, der "Mutter des Gedankens", die mit viel Eigeninitiative den Kontakt zu Sosic überhaupt erst möglich machte. "Bei einem Besuch in Kroatien bekam ich die Gelegenheit: Als Herr Sosic uns in seine Galerie einlud, zeigte er sich sofort kooperativ und war spontan begeistert von unserer Idee, hier in Kenzingen eine Ausstellung auf die Beine zu stellen.
Die Chemie zwischen ihm und uns stimmte von Anfang an", erinnert sich Marianne Tießler. Derzeit laufen auch bereits Vorbereitungen für ein Kulturereignis auf kroatischem Boden.
Marianne Tießler und Matthias Guderjan waren sich am Ende vor allem in einem Punkt einig: Die Mühen, die sich Marko Sosic gemacht hat, und die formellen Unannehmlichkeiten, welche die Einreise mit Kunstgegenständen aus einem immer noch Nicht- EU- Land mit sich bringt, waren immens. Daher legten beide allein deswegen Wert darauf, sich bei Sosic auf jeden Fall noch erkenntlich zu zeigen.
Die Ausstellung beginnt mit der Vernissage am Dienstag, 30. Juni 19.30 Uhr und hat bis Sonntag, 5. Juli, jeweils von 11 bis 16 Uhr geöffnet.
Am Rande der Ausstellung findet am Donnerstag, 2. Juli, ebenfalls in der Aula des Gymnasiums in Kenzingen, eine Lesung zur zeitgenössischen kroatischen Literatur statt. Hierzu lädt der Literaturkreis des AK Kultur und Soziales Kenzingen ein, welcher sich im vergangenen Halbjahr mit kroatischer Literatur beschäftigte und nun zusammen mit Schüler/Innen des Gymnasiums Vinkovci die Gäste mit Gedichten und Prosatexten ausgewählter kroatischer Autorinnen und Autoren bekannt machen will.
Autor: Max Mielke


