Nordkorea

Kim droht, das geplante Gipfeltreffen mit Trump doch noch abzusagen

dpa/BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

Di, 15. Mai 2018 um 21:38 Uhr

Ausland

Gefeiert als Sensation, doch nun droht es doch noch zu scheitern: das Treffen zwischen Kim Jong-un und Donald Trump. Nordkorea wettert gegen die Militärübungen des Südens mit den USA.

Nordkorea droht laut Medienberichten wegen gemeinsamer Militärübungen der USA mit Südkorea das für den 12. Juni geplante Gipfeltreffen von Machthaber Kim Jong-un mit US-Präsident Donald Trump abzusagen. Das berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am frühen Mittwoch (Ortszeit). Geplante hochrangige Gespräche mit Südkorea für denselben Tag seien abgesagt worden. Das US-Außenministerium erklärte in einer ersten Stellungnahme: Die Planung für den Gipfel zwischen Trump und Kim gehe unverändert weiter.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Nordkoreas seien die Militärübungen nicht eingestellt worden. So simulierten die südkoreanische und die US-Luftwaffe einen Einmarsch in den Norden – das sei eine Provokation mitten der Erwärmung der innerkoreanischen Beziehungen.

Die Gespräche auf hoher Ebene sollten auf der südlichen Seite des Waffenstillstandsdorfes Panmunjom stattfinden, um Folgemaßnahmen zu dem Gipfel der koreanischen Führer vom 27. April zu diskutieren. Damals gab es eine gemeinsamen Erklärung für Frieden und Aussöhnung. Kim erklärte sich beim Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms bereit. Durch weitere Gespräche will Südkorea versuchen, "die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und einen dauerhaften Frieden zu schaffen". Doch offenbar sieht der Norden Voraussetzungen nicht erfüllt – und wirft den USA eine Mitschuld vor. Das Treffen zwischen Kim und Trump, das erste direkte zwischen den Staatschefs Nordkoreas und den USA soll in Singapur stattfinden und hatte Hoffnungen auf eine Lösung des Atomkonflikts genährt.

Pjöngjang beginnt damit, sein Atomtestgelände abzubauen

Vor der Drohung, den Gipfel mit den USA platzen zu lassen, hatte Nordkorea mit dem versprochenen Abbau seines Atomtestgeländes begonnen. Wichtige Einrichtungen an den Eingängen des Testgeländes Punggye-ri seien abgerissen worden, berichtete die spezialisierte Nachrichtenseite 38 North des US-Korea-Instituts. In Punggye-ri hatte Nordkorea sechs Atomtests durchgeführt, zuletzt im September. Der UN-Sicherheitsrat hatte daher Sanktionen gegen das Land verschärft. Pjöngjang will mit der Zerstörung des Testgeländes offenkundig seine Verhandlungsbereitschaft demonstrieren.