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24. Juli 2012

Kinderbetreuung geht alle an

Gottenheim will für seinen Nachwuchs ein pädagogisches Gesamtkonzept.

GOTTENHEIM (just). Vor dem Gemeinderat erläuterte Professor Reinhard Lohmiller die Ergebnisse einer Elternumfrage sowie erste Ideen einer Pädagogischen Konzeption für Kinder und Jugendliche. Neben demografischem Zahlenwerk und einer Bedarfsanalyse für die 2700-Seelen- Gemeinde stellte der Experte Ansätze für ein gemeinsames Wirken möglichst vieler Beteiligter aus der Gemeinde im Sinne der Heranwachsenden vor. Grundgedanke ist es, neben Kindergarten und Grundschule auch Vereine, Institutionen und Bürger koordiniert in die Kinder- und Jugendarbeit mit einzubeziehen.

Die Gemeinde hatte den Pädagogikprofessor zunächst mit einer Ist-Analyse beauftragt. "Der Ansatz ist, mit allen zu sprechen und ressourcenorientiert vorzugehen", erläuterte Lohmiller seine Vorgehensweise. Die beiden gewichtigsten Personengruppen in der Gemeinde seien mit 506 Einwohnern die unter 18-jährigen und mit 452 Einwohnern die Generation 65 Plus. Die Bedarfsanalyse mittels Umfragebogen hatte gezeigt, dass besonders in Sachen Nachmittagsbetreuung für Schul- und Vorschulkinder eine starke Nachfrage besteht. Darum will Lohmiller nicht nur Alte und Junge zusammen bringen, sondern alle Beteiligten in der Gemeinde besser miteinander vernetzen. Bestehende Angebote sollten weiterentwickelt und gebündelt, die Kommunikation verbessert werden. Die Umsetzung soll über einen KiTa-Orientierungsplan, einen schulischen Leitbildprozess, ein Bildungshauskonzept sowie ein Konzept für Vereins- und Jugendarbeit erfolgen. Besonders wichtig sei auch ein "schlüssiger Übergang" zwischen vorschulischer und schulischer Betreuung sowie die Einbeziehung von Umwelt und Alltag in die Pädagogik, wie sie etwa über die Einrichtung einer "Weltwissensvitrine" im Bildungshaus erfolgen könne.

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Räte wollen Konzept früh mit Bürgebeteiligung verknüpfen

"Wir wollen, dass unsere Kinder einen Bezug zum Dorf haben", meinte Kurt Hartenbach (FWG). Claudia Tabori (Frauenliste) wollte wissen, ob Lohmiller bereits im Vorfeld seiner Konzeption mit den verantwortlichen Erziehern und Lehrern gesprochen hätte, da diese "sich ja auch Konzepte überlegt haben". Auch Thomas Barleon (Freie Bürgerliste) vermisste die Einbeziehung von Kindern, Eltern und sonstigen Beteiligten im Gehörten. Miriam Engelhardt (Frauenliste) befürchtete zudem eine Parallelstruktur zwischen den Arbeitsgruppen bei der gerade angestoßenen Bürgerbeteiligung und der Arbeit des Professors. Außerdem empfand sie das Konzept als zu überdimensioniert, zu abstrakt. Sie wünschte sich nicht nur Moderation, sondern vor allem "Input".

Bernhard Strittmatter (FWG) wollte kein "theoretisches Konzept von der Hochschule übergestülpt bekommen". Auch er vermisste die Beteiligung von Eltern und Lehrern. Bürgermeister Kieber unterstrich, dass man sich noch im Anfangsstadium befände und in jedem Fall alle Beteiligten anhören werde. Letztlich sprach sich der Gemeinderat einstimmig für die Auftragsvergabe zur Erstellung einer pädagogischen Konzeption an Reinhard Lohmiller aus, die die Gemeinde rund 6640 Euro kosten wird.

Autor: just


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