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27. Juni 2011 07:38 Uhr
St. Georgen
Kindergarten St. Peter und Paul in Freiburg brennt ab
Im Freiburger Stadtteil St. Georgen ist in der Nacht der Kindergarten St. Peter und Paul durch ein Feuer fast komplett zerstört worden. Bereits 2006 hatte es hier gebrannt. Damals wurde Brandstiftung als Ursache vermutet.
Gegen 3.30 Uhr wurde der Feuerwehr ein Brand in dem Kindergarten St. Peter und Paul der gleichnamigen Pfarrgemeinde gemeldet. Als die Retter an der Bozener Straße eintrafen, stand das Gebäude im Mittelteil lichterloh in Flammen. Meterhoch schlugen den Feuerwehrmännern die Flammen entgegen (Fotos). Gleichzeitig mit der Berufsfeuerwehr wurde die Freiwillige Feuerwehr mit den Abteilungen St.Georgen, Rieselfeld, Stühlinger, Oberstadt, Wiehre und Zähringen zur Unterstützung alarmiert. Mit dem Großaufgebot versuchte die Feuerwehr die Einrichtung zu retten – vergeblich.
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Nach Angaben des Löschzugsführer Friedrich Koch gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig, da sich bei dem Kindergartenneubau um ein Passivstandardhaus handele. Das Feuer habe sich unter der Isolierung gestaut. Erst nach dem die Außenwände und das Dach geöffnet worden war, hätte man den Brand bekämpfen können. Viele Räume seien durch den Rauch und das Feuer zerstört worden. "Im vorderen Bereich des Kindergartens konnten wir die Turnhalle retten", berichtete Koch in einer ersten Stellungnahme gegenüber der Badischen Zeitung.
Bereits 2006 hat es in dem Kindergarten St. Peter und Paul gebrannt. In der Nacht vom 26. auf den 27. August 2006 war der Kindergarten dabei komplett zerstört worden. Vor fünf Jahren war einer zufällig vorbeikommenden Passantin das Feuer aufgefallen, sie hatte die Feuerwehr alarmiert. Damals vermuteten die Ermittler Brandstiftung als Ursache. Das Feuer brach aus, nachdem eine Tür aufgebrochen und Brandbeschleuniger eingesetzt worden war. Die Tat konnte bis heute nicht aufgeklärt werden. Der Schaden betrug mehrere hunderttausend Euro.
Um den Kindergartenbetrieb seinerzeit aufrechtzuerhalten, wurden die Gruppen auf andere Räume verteilt. Erst an Weihnachten 2008 konnte der Kindergarten in einem 1,3 Millionen Euro teuren Neubau an gleicher Stelle den Betrieb wieder aufnehmen.
Zu Ursache des Feuers in der vergangenen Nacht konnte Polizeisprecher Ulrich Brecht am Morgen noch keine Angaben machen. "Sobald die Ruine kalt ist, werden Brandermittler der Polizeidirektion Freiburg die Ermittlungen aufnehmen", sagte Brecht der BZ. Nach ersten Angaben der Feuerwehr soll das Feuer im Innern des Gebäudes ausgebrochen sein.
"Die Löscharbeiten werden auch den ganzen Tag andauern. Von der Feuerwehr müssen immer wieder einzelne Glutnester gelöscht werden. Über dem abgebrannten Gebäude steigt immer noch Rauch auf," so Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid.
Die Kriminalpolizei Freiburg fragt, wer in der Nacht von Sonntag auf Montag verdächtige Beobachtungen im Bereich Bozener Straße/Andreas-Hofer-Straße gemacht hat. Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Hinweise an 0761/882-4884, anonym an 0761/41262 oder per E-Mail an Kripo.Freiburg@polizei.bwl.de
Nach Angaben von Pfarrer Franz Wehrle von der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul hat es in der Vergangenheit immer wieder Einbruchsversuche in den Kindergarten gegeben. Diese sind aber an den guten Sicherheitseinrichtungen des neuen Gebäudes gescheitert.
Die Betreuung der 90 Kinder musste vorerst eingestellt werden. Am Montagabend soll beraten werden, wo die Kinder übergangsweise untergebracht werden können. Für den Kindergarten ist der neuerliche Brand ein schlimmer Rückschlag. Das Angebot war voll ausgebucht. Bereits jetzt gab es zwei Ganztagesgruppen. Da große Nachfrage herrscht, sollten die Öffnungszeiten nach den Sommerferien verlängert werden.
Derweil stehen viele Eltern und Kinder unter Schock. Vor der Brandruine gibt es Tränen. "Gerade die Kleinen identifizieren sich stark mit ihrem Kindergarten. Für sie ist es nun besonders schwer", sagte Pfarrer Wehle gegenüber der BZ. Er geht von einem Totalschaden der Einrichtung aus. Auch der vordere Teil des Gebäudes, der von außen intakt wirkt, sei komplett verrußt und damit unbenutzbar.
Der aktuelle Brand zeigt nach ersten Einschätzungen einige Parallelen zum dem Fall von vor fünf Jahren: Auch damals war das Feuer am Ende der Ferien ausgebrochen. Wie 2006 traf es wieder eine Nacht am Wochenende. 2006 war es die Nacht von Samstag auf Sonntag, nun traf es die Nacht von Sonntag auf Montag. Auch dieses Mal wurde – mutmaßlich – wieder an einer schlecht einsehbaren Stelle des Gebäudes eingebrochen. Dort soll es die meisten Flammen gegeben haben.
Für die Leiterin des Kindergarten, Hilda Thoma ist der Brand eine absolute Katastrophe. Sie erlebten schon den Brand 2006 und steht nun fassungslos vor den rauchenden Ruinen. " Die Eltern stehen jetzt erst einmal auf der Straße", so Thoma. Man sein jetzt auf dem Weg in die Normalität gewesen. Mit so etwas hätte sie nie gerechnet. Sie hatte noch am Wochenende etwas aus dem Kindergarten abgeholt. Dabei sei ihr nichts verdächtiges aufgefallen.
Autor: Oliver Huber, Joachim Röderer, Patrick Seeger


