Polizei

Kinderpornografie-Verdacht: Ermittlungen gegen Bufdi einer Emmendinger Schule

Daniel Laufer

Von Daniel Laufer

Fr, 23. Februar 2018 um 19:05 Uhr

Emmendingen

Die Polizei ermittelt gegen einen Bufdi der Esther-Weber-Schule für Körperbehinderte in Emmendingen. Er soll den Intimbereich eines schwerbehinderten Kindes fotografiert und die Aufnahme mit anderen geteilt haben. Die Schule hat ihn inzwischen entlassen.

Die Polizei ermittelt im Umfeld der Esther-Weber-Schule im Emmendinger Stadtteil Wasser wegen des Verdachts der Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Am 1. Februar soll ein Bundesfreiwilligendienstleistender an der Schule für Körperbehinderte mit seinem Smartphone ein Foto des Intimbereichs eines 13-jährigen Schülers aufgenommen haben. Nach BZ-Informationen ist der Junge schwerbehindert.

Noch am selben Tag soll der junge Mann das Bild in einer WhatsApp-Gruppe mit anderen Bufdis geteilt haben. Laut einer Angabe auf der Internet-Seite der Schule beschäftigt sie rund 20 Bundesfreiwilligendienstleistende und Praktikanten.

Schule erfährt erst nach acht Tagen von dem Foto

Die Aufnahme sei am Rande des Schwimmunterrichts entstanden, sagt Polizeisprecher Walter Roth. "Es gibt keine Hinweise auf sexuelle Handlungen und keine Verletzungen bei dem Kind." Nach dem Strafgesetzbuch wird das Fotografieren von un- oder teilbekleideten Kindern auch ohne sexuelle Handlungen bestraft.

Acht Tage sollen vergangen sein, bis die Schulleitung von dem Vorfall erfahren hat. Am 9. Februar kündigte sie dem Bufdi fristlos und erstattete Strafanzeige. Auf Anfrage der BZ war Direktorin Heiderose Rübling nicht zu sprechen, die Schule verwies ans Regierungspräsidium, das für sie zuständig ist. "Die Schulleitung hat in Übereinstimmung mit uns gleich die Eltern des betroffenen Schülers informiert", sagt dessen Sprecher Matthias Henrich.

Keine Benachrichtigung von Eltern anderer Kinder

Allerdings habe sie keine weiteren Eltern über den Vorfall benachrichtigt. Und das, obwohl der Verdächtige vor der Tat wohl fünf Monate lang an der Schule gearbeitet hatte – der BFD beginnt dort im September, wie einer Broschüre aus dem Jahr 2016 zu entnehmen ist. Man habe bei den Eltern keine Panik auslösen wollen, so Henrich.

Die Polizei verweist auf Angaben der Schulleitung: Der Bufdi habe normalerweise Zehntklässler betreut und nur dieses eine Mal einen jüngeren Schüler. "Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass da vorher schon mal was passiert ist", sagt Roth. Die Polizei versucht nun, herauszufinden, wie das Foto entstanden ist – und wer davon wusste.