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27. April 2011

Irrungen und Wirrungen

Heute beginnt in Freiburg die 27. Schwule Filmwoche.

Es ist eines der ältesten schwulen Filmfestivals in Europa: Bereits zum 27. Mal wird heute die "Schwule Filmwoche" im Freiburger Kandelhof eröffnet. Gezeigt werden traditionell nicht nur Homosexuellen-Problemstreifen und szenenspezifische Filme, sondern, so Programmmacher Tilmann Betz, "Filme für alle". Rund ein Drittel der Gäste bei der SFF sind weibliche und/oder heterosexuelle Filmliebhaber, die die Qualität und breit gefächerte Themenwahl der Filmwoche schätzen. Besonders die zahlreichen internationalen Filme in Originalsprache ziehen immer mehr ausländische Studenten an, die sich ein bisschen an Zuhause erinnert fühlen möchten.

Nichtsdestotrotz bleiben die Männer die Hauptakteure in den Filmen. So auch in dem mit dem Berliner "Teddy"-Filmpreis ausgezeichneten Drama "Abusente", einer spannenden Geschichte über Grenzüberschreitung und Abhängigkeit des argentinischen Regisseurs Marco Berger, oder dem filmischen Kunstwerk "Kinder Gottes" von Kareem Mortimer, in dem ein Außenseiter gegen die Homophobie der Gesellschaft anzukämpfen versucht. Großartige Landschaftsaufnahmen von den Bahamas kontrastieren die abgründige und schwere Thematik des Dramas.

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Eröffnet wird die Filmwoche heute mit der leicht verdaubaren, aber keinesfalls platten Coming-out Komödie "Sascha". Der 19-jährige Montenegro-Deutsche Sascha ist in seinen Klavierlehrer Gebhard verliebt. Der weiß noch nichts davon, genauso wie Saschas traditionell-montenegrinischer Vater, der sich, obwohl er seit 20 Jahren in Köln lebt, noch immer nicht heimisch fühlt in Deutschland. Durch den anstehenden Umzug Gebhards nach Wien steht Sascha unter Zeitdruck und landet mitten im Chaos. Trotz größerer Verwirrungen findet der mutige Musikstudent seinen Weg und schafft es, sich von allen Erwartungen seiner Mitmenschen zu befreien. Hinreißend charmant und urkomisch ist diese Komödie, die den Zuschauer zum dauerschmunzeln animiert. Eigentlich ist nichts normal, und dennoch inszeniert Dennis Todorovic die Irrungen und Wirrungen der Liebe so leicht, so selbstverständlich, wie man es von einer Komödie erwartet.

Zum ersten Mal in diesem Jahr ist die Schwule Büchernacht Teil der Filmwoche. Der Freiburger Hörspiel-Produzent und Regisseur Sebastian Rieß liest am Sonntag aus seinen neuentdeckten Literaturschätzen: Von Inselschmöker über Krimi bis hin zu anspruchsvoller Literatur ist alles geboten, damit auch die schwulen Leser literarisch durch den Sommer kommen.

Das komplette Programm:      http://www.schwule-filmwoche.de

Autor: Maria Zamel