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03. Dezember 2009

"Planet 51"

ANIMATIONSFILM: Die Menschen als Aliens

  1. Hilfe, Erdlinge! Foto: sony

Ein Gedanke drängt sich mit zunehmender Dauer des Animationsfilms "Planet 51" auf: Was hätte wohl Pixar aus einer solchen Vorlage gemacht? Denn die Idee hinter der spanisch-britischen Co-Produktion ist gut: Hier sind zur Abwechslung mal die Menschen die Aliens. Das muss der amerikanische Astronaut Charles "Chuck" Baker schmerzhaft feststellen, als er auf dem Planeten 51 landet. Denn dort wohnen die kleinen grünen Männchen in einer Kleinstadt-Idylle im Stile der 1950er Jahre. Und so wie damals auf der Erde Filme über eine Invasion Außerirdischer Erfolge feierten, so laufen auch auf Planet 51 regelmäßig gruslige Streifen über die Invasion der "Humanoiden".

Auch das Militär ist auf eine solche Attacke aus dem Weltall vorbereitet – schließlich ist dieses kaum vorstellbare hunderte Meilen weit, wie der neue Planetariums-Mitarbeiter Lem zu Beginn einer staunenden Schülerschar erklärt. Dieser Lem ist auch die Hauptfigur des Films – durch einen Zufall muss er den vom Militär gejagten Astronauten bei sich verstecken. Daneben versucht er noch vergeblich, die Gunst der Nachbarstochter Neera zu erringen, die sich aber lieber eine Gruppe kleiner grüner Hippies anschließt, die die Humanoiden in Frieden begrüßen wollen. So weit, so vielversprechend, aber dem unabhängigen spanischen Ilion Animation Studies gelingt es nur bedingt, die Geschichte mit Witz zu erfüllen.

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Natürlich gibt es zahlreiche Anspielungen, schließlich verweist ja bereits der Titel auf das Sperrgebiet "Area 51" in Nevada, in dem laut Verschwörungstheoretikern extraterrestrische Lebensformen verborgen werden. Das Film-Äquivalent heißt "Base 9", aber solche Analogien können nicht viel mehr als ein mildes Schmunzeln entwickeln. Den Unterschied zwischen Kopie und Original bringt vor allem Chuck’s hundähnlicher Roboter "Rover"auf den Punkt, der mehr als deutlich "Wall-E" nachzuahmen versucht. Spannender verspricht da etwa kommende Woche Disneys "Küss den Frosch" zu werden, dessen Prinzessin mit dunkler Hautfarbe in den USA für Wirbel sorgte. Auch auf der Erde, scheint es, sind die 1950er Jahre noch nicht ganz vorbei…
(Läuft flächendeckend)

Autor: Stefan Rother