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10. Februar 2010
Chris Columbus über „Percy Jackson“, Mythologie und Fantasy
TICKET-INTERVIEW: Regisseur Chris Columbus über "Percy Jackson", Mythologie und Fantasy.
Chris Columbus (51) versteht sich auf fantasiereiche Jugendstoffe, mit denen er bereits in den 1980ern als Drehbuchautor Erfolge feierte. Er schrieb die Vorlagen zu "Gremlins" und "Die Goonies", bevor er mit "Kevin – Allein zu Haus" seinen ersten Regiehit landete. Und mit den ersten beiden Teilen von "Harry Potter" lieferte Columbus den Startschuss für eine der erfolgreichsten Kinoserien der Filmgeschichte. Nun meldet er sich zurück – wieder mit einer Jugendbuchreihe, die kindliche Fantasien anregt: "Percy Jackson – Diebe im Olymp". In London stand er Frage und Antwort. Markus Tschiedert war dabei.
Ticket: Sie sind bis zur letzten Minute an diesem Film gesessen. Kommt Ihnen das bekannt vor?Chris Columbus: Oh ja! Und wieder fürchteten wir, es nicht zu schaffen. Aber wie durch ein Wunder konnten wir den Film bis zum vorgegebenen Starttermin fertig stellen, was sich ziemlich toll anfühlt. Ich bin sehr glücklich mit dem Film, mit den Spezialeffekten und mit der Tatsache, dass das nichts mit Harry Potter zu tun hat, um das schon mal vorwegzunehmen.
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Columbus: Bei "Harry Potter" hatte ich selbst das erste Mal mit Spezialeffekten, die am Computer animiert wurden, zu tun. Ich habe dadurch viel gelernt. Aber man sollte als Regisseur nicht zu fanatisch in dieser Angelegenheit werden. Im Vordergrund stehen noch immer die Schauspieler. Wenn die ihren Job nicht gut machen, helfen die besten Computertricks nichts.
Ticket: "Percy Jackson" basiert wie schon "Harry Potter" auf eine erfolgreiche Fantasy-Buchreihe. Was ist für Sie anders?
Columbus: In den ersten beiden "Harry Potter"-Filmen, die ich inszenierte, waren die Hauptdarsteller noch sehr jung. Davon wollte ich diesmal unbedingt abweichen und habe die Charaktere sogar mit älteren Schauspielern besetzt, als es das Buch verlangt hätte. Ich konnte mir nicht vorstellen, Schwertkämpfe mit Elfjährigen, die Holzschwerter tragen, zu inszenieren. Nein, ich wollte "Percy Jackson" von Anfang an erwachsener und grober anlegen. Persönlich reizte mich, griechische Mythologie mit amerikanischer Gegenwart zu kombinieren, und sollte dieses Konzept erfolgreich sein, würde ich die Geschichte von "Percy Jackson" nur zu gern auf der Leinwand weitererzählen.
Ticket: Bereits in Ihrem ersten Kinoerfolg "Kevin – Allein zu Haus" war ein kleiner Junge Held der Geschichte. Seitdem sind Sie auf Kinder- und Jugendstoff spezialisiert. . .
Columbus: Das stimmt, weil ich wahnsinnig gern mit jungen Schauspielern zusammenarbeite. Sie sind noch nicht so zynisch wie ihre älteren Kollegen und freuen sich allein schon über die Tatsache, vor einer Kamera stehen zu dürfen. Dadurch entsteht ein besonderer Enthusiasmus, von dem ich mich nur zu gern anstecken lasse.
Ticket: Was wollen Sie Ihrem jungen Publikum mit "Percy Jackson" mit auf dem Weg geben?
Columbus: Wer sich mit griechischer Mythologie auskennt, weiß, wie komplex und düster viele Geschichten sind. Diesen Weg wollten wir allerdings nicht gehen, sonst wäre daraus sicherlich kein Familienfilm entstanden. Wir setzen da an, wo Zwölfjährige erstmals in der Schule etwas über die Götterwelt der Griechen erfahren. Ich hoffe, mit "Percy Jackson" ein Interesse an diesem Thema zu wecken, sodass Kinder und Jugendliche mehr und mehr Bücher über griechische Mythologie lesen wollen.
Ticket: Befürchten Sie aber nicht, dass "Percy Jackson" nun ständig dem Vergleich mit "Harry Potter" standhalten muss?
Columbus: Nein, und das völlig unabhängig davon, dass ich "Harry Potter" durch die ersten beiden Filme maßgeblich mit bestimmt habe. Ich sehe bei allen Fantasy-Stoffen eine Verbindung, von "Spider-Man" bis "Star Wars"– im Kern all dieser Geschichten steht ein junger Held, der in sich eine Leere fühlt und in die weite Welt hinausgeht, um Antworten zu finden.
PERCY JACKSON – DIEBE IM OLYMP
Regie: Chris Columbus
Darsteller: Pierce Brosnan, Uma Thurman, Logan Lerman, Sean Bean, Alexandra Daddario und andere
120 Minuten, ohne Alterslimit
Die Story
Göttervater Zeus (Sean Bean) ist außer sich vor Wut, denn man hat ihm das Symbol seiner Macht geraubt: den Blitz . Der Verdacht fällt auf einen Jungen namens Percy Jackson (Logan Lerman), der das Leben eines Normalsterblichen führt und nicht ahnt, dass er Poseidons Sohn ist. Percy entkommt dem Angriff des Minotaurus und landet in einem göttliches Ausbildungslager. Hier lernt er mehr über seine Herkunft und den Kampf mit Schwert und Schild. Er muss den Blitz des Zeus wieder finden, nur so kann er seine Unschuld beweisen. . .
Autor: bz
Autor: tsc
