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07. Oktober 2009
"Es gibt zu viele Männerbilder"
TICKET-INTERVIEW: Simon Verhoeven über seinen ersten Spielfilm, Rollenvorbilder und seine Eltern
Dass er Sohn berühmter Eltern ist, hört Simon Verhoeven (37) gar nicht so gern. Senta Berger und Michael Verhoeven legten ihm vielleicht das Talent in die Wiege, seinen Weg beschritt der Münchner jedoch allein. Er ist Schauspieler, Regisseur und Komponist, und alle drei Funktionen übte er für seinen ersten großen Kinofilm "Männerherzen" aus. Als Schauspieler hat er jedoch nur einen Gastauftritt und engagierte die Stars des Deutschen Films von Til Schweiger über Christian Ulmen bis zu Nadja Uhl. Markus Tschiedert traf das Multitalent zu einem entspannten Abendessen.
Ticket: Wie sind Sie darauf gekommen, einen Film über Männer zu machen?
Michael Verhoeven: Bereits vor acht Jahren fing ich damit an, ein Skript mit dem Titel "Mann in Not" zu schreiben. Die Idee war, episodische Geschichten über Männer zu erzählen, weil ich mit meinen Freunden gern übers Leben und über Frauen redete. Ich sagte immer wieder zu mir: "Daraus könnte ein toller Filmstoff entstehen. Bleib dran und schau dir die Männer mal genauer an."
Ticket: Mit welchen Nöten haben Männer zu kämpfen?
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Ticket: Wie sehen Sie sich als Mann?
Verhoeven: Ich habe eher eine ironische Betrachtungsweise auf uns Männer. Einerseits versuchen sie, cool zu sein, andererseits sind sie total weich und verletzlich. Heutzutage brauchst du als Mann nicht mehr unbedingt heiraten, um deinen gesellschaftlichen Platz zu erfüllen. Du kannst die Welt umsegeln oder schwul werden. Alles ist erlaubt.Vielleicht brauchen Männer heute deshalb länger, sich im Leben zu orientieren.
Ticket: Schmieden Sie denn schon an Ihrem Lebensentwurf?
Verhoeven: Ja, ich habe eine Freundin, aber noch kein Kind. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, daran zu denken. Davor war ich viel zu sehr mit diesem Film beschäftigt Jetzt müssen Entscheidungen getroffen werden.
Ticket: Im Film wird das Fitnessstudio zur Anlaufstelle. Typisch männlich?
Verhoeven: Früher bin ich auch öfters ins Fitnessstudio gerannt und fand mich und die Situation immer lustig, aber auch tragisch. Man muss das mal aus der Sicht eines Außerirdischen betrachten, der sich fragt: "Was machen die da?" Eine absurde Tätigkeit, aber auch interessant – man kann die unterschiedlichsten Typen beobachten.
Ticket: Warum haben Sie sich Berlin als Schauplatz ausgesucht?
Verhoeven: Es hätte mir keiner abgenommen, wenn ich etwa in einem Münchner Fitnessstudio einen Schickeria-Typen mit einem Proletarier trainieren ließe. Berlin lässt da sehr viel mehr Spielraum. Alles, was man sich ausdenkt, kann sich hier auch ereignen. Als Münchner habe ich vielleicht auch eine naive Bewunderung für Berlin. Für mich ist diese Stadt nicht nur hässlich, wie sie in Filmen oft dargestellt wird, sondern sie ist poetisch, romantisch und irgendwie auch lieblich.
Ticket: Stand aufgrund Ihres familiären Hintergrunds für Sie von vornherein fest, dass auch Sie zum Film gehen würden?
Verhoeven: Es stand für mich fest, aber nicht aufgrund meines familiären Hintergrunds. Ich wollte immer selber meinen Weg finden, wobei ich dabei viel Häme erfahren musste: Es sei mir doch alles in die Wiege gelegt worden. Was für naive Vorstellungen manchmal doch bestehen, wie man einen Film finanziert.
Autor: tsc
