"Am Set ist Papa ganz anders!"

tsc

Von tsc

Fr, 21. April 2017

Kino (TICKET)

TICKET-INTERVIEW: Emma und Til Schweiger über Schauspielerei, Berühmtheit und wer der Chef ist.

Mit drei Jahren stand Emma Schweiger (14) erstmals vor der Kamera – für einen winzigen Auftritt in der Tragikomödie "Barfuss" von Papa Til Schweiger (53). Ihre erste Hauptrolle spielte sie 2011 in "Kokowääh", wieder an der Seite ihres Vaters. Einen Riesenhit lan

deten die beiden zuletzt mit "Honig im Kopf". Inzwischen ist Emma ein Kinderstar, doch Til bleibt ihr engster Vertrauter. Mit "Conni & Co. 2" folgt ihre zehnte Zusammenarbeit. Markus Tschiedert traf die beiden zum Interview.

Ticket: Herr Schweiger, bei "Conni & Co." haben Sie mitgespielt, beim zweiten Teil führen Sie gar Regie...
Til Schweiger: Das ist doch ein Aufstieg (lacht). Beim ersten Teil habe ich nur dem Produzenten zuliebe mitgemacht und die zwei Sätze aufgesagt. Ansonsten hatte ich das Projekt auch gar nicht entwickelt und bin jetzt als Regisseur dabei, weil sich das Emma gewünscht hatte.
Ticket: Emma, warum arbeitest du so gern mit deinem Vater?
Emma Schweiger: Weil er das meiste aus mir herausholen kann und nach meiner Erfahrung gelingt ihm das auch mit anderen Schauspielern. Mir fällt bei ihm alles viel einfacher, weil er mir so vertraut ist. Ich weiß, dass er ehrlich zu mir ist, es immer gut mit mir meint und will, dass ich mich stets verbessere. Deswegen gefällt es mir so, mit dir zu drehen, Papa.
TS: Diese netten Worte hat Emma gestern Abend ganz lange auswendig gelernt (lacht).
Ticket: Dann ist Emma bestimmt Ihre Lieblingsschauspielerin?
TS: Absolut! Ich arbeite wahnsinnig gern mit Emma zusammen, weil sie das ganz toll kann und ein wunderbarer Mensch ist.
Ticket: Von Ihren vier Kindern scheint Emma auch die einzige zu sein, die es wirklich ernst mit der Schauspielerei nimmt...
TS: In meinem nächsten Film "Hot Dog" hat erstmals Lilli mitgespielt. Bisher wollte sie immer privat bleiben, aber nun hatte auch sie plötzlich Lust gehabt. Luna spielt im "Tatort" mit, und wenn es weitergeht, macht sie wieder mit. Nur mein Sohn Valentin hat in keiner Weise Interesse an der Schauspielerei.
Ticket: Wonach strebt er?
TS: Er will Kameramann werden und ist in Ausbildung. Er muss also noch ein bisschen üben. Aber er hat auf jeden Fall das Talent dazu.
ES: Bei "Conni & Co. 2" hat er zwischendurch aber schon ein paar Einstellungen gemacht.
Ticket: Emma, wie ist bei dir die Schauspiellust entfacht worden?
ES: Das fing mit "Keinohrhasen" an, obwohl ich es da noch nicht wirklich wahrgenommen hatte, dass ein Film entsteht. Aber mit sechs Jahren fand ich das interessant, eine Rolle zu spielen. Dann fragte Papa mich, ob ich Lust hätte, in "Kokowääh" mitzuspielen. Erst traute ich mich nicht, dann aber doch. Bei diesem Dreh merkte ich, wie spannend das ist. Es macht immer Spaß, und mit jedem Film, den ich gemacht habe, habe ich mehr und mehr eine Beziehung dazu aufgebaut.
Ticket: Ist dein Papa als Regisseur anders als sonst?
ES: Auf jeden Fall (blickt zu Til)! Du bist zwar immer die gleiche Person, aber zu Hause kommen wir nicht in Situationen wie am Set. Ich würde einfach sagen, dass die Beziehung am Set eher wie Lehrer und Schüler ist und nicht wie Papa und Tochter.
Ticket: Wann wurde dir bewusst, dass dein Vater berühmt ist?
ES: Ich habe einfach immer wieder gemerkt, dass Leute ihn auf der Straße erkennen, die ich noch nie im Leben gesehen habe.
TS: Als du geboren wurdest, hatte ich schon mit Nick Nolte, Sylvester Stallone, Emma Thompson und John Hurt gedreht. Als du dann rauskamst und an der Nabelschnur hingst, sagtest du: "Can I get a Picture with you?" (lacht).
ES: Ich weiß noch, als ich klein war und am Set immer gefragt habe, wer der Chef ist.
TS: Das war bei "Zweiohrküken", als sie mich fragte: "Papa, wer ist hier eigentlich der Chef?" Ich habe überlegt: "Äh, der Chef? Der bin ich!" Und sie: "Echt?!"