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16. April 2015

Bei der Integration ist Hilfe notwendig

Die SPD-Landtagabgeordnete Sabine Wölfle diskutiert in Kippenheim über Flüchtlinge.

  1. Sabine Wölfle Foto: Privat

KIPPENHEIM (ab) Wie wirkt sich die Flüchtlingspolitik auf die Praxis sozialer Arbeit aus? Mit dieser Frage hat sich die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle des Wahlkreise Emmendingen in einer Diskussionsrunde der SPD-Ortsgruppe Kippenheim beschäftigt. Der Abend ist auf großes Interesse gestoßen.

Land, Kreis und Kommunen werden laut Sabine Wölfle auf Grund eines immer wachsenden Flüchtlingszustroms vor enorme Herausforderungen gestellt, das könnten sie fast nicht mehr bewerkstelligen. Sie forderte deshalb mehr Unterstützung vom Bund, denn Flüchtlingsaufnahme bedeute nicht deren Integration. Dazu brauche es rechtliche und finanzielle Grundlagen. Einen großen Teil zur Integration würden ehrenamtliche Helferinnen und Helfer übernehmen, aber auch sie sollten rechtlich abgesichert sein.

Laut Sabine Wölfle ist das Land verantwortlich für die Unterbringung der Flüchtlinge. Nach einem sechsmonatigen Aufenthalt in der Erstaufnahmestelle würden werden sie auf die Kommunen verteilt. Das Bestreben sollte sein, sie nicht in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen, sondern in Wohnungen. Aber diese seien oft Mangelware. Wichtig sei eine finanzielle Unterstützung, so bewahre man den Menschen ihre Würde. Entgegen wirken müsse man Vorurteilen, wie der Angst um höhere Kriminalität oder dem Gedanken "Die hocken hier rum und kriegen unser Geld". Wichtig sei es, die Menschen in Arbeit zu bringen, zumal sie arbeiten wollen.

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Wie das in Kippenheim vonstatten geht, erklärte der SPD-Vorsitzende Jürgen Milde, der sich für die Flüchtlinge vor Ort engagiert. Vor einem Jahr seien 14 Personen angewiesen worden, mittlerweile lebe eine sechsköpfige Familie in einer Privatwohnung. Eine Mutter mit zwei Kindern wohne in einem gemeindeeigenen Haus. Eine andere Mutter mit Kind sei verzogen. Mittlerweile hat sich laut Milde ein Helferkreis gebildet, der die Familien zum Beispiel bei Behördengängen unterstütze. Ein neues Projekt sei "Mama lernt Deutsch", das großen Zuspruch auch von Frauen aus Mahlberg finde, Mitarbeiter seien willkommen. "Kulturelle Unterschiede lassen sich nicht wegwischen, aber man kann von den Flüchtlingen viel lernen", sagte Milde.

Eine Zuhörerin meinte, man solle die Leute nicht als Flüchtlinge, sondern als Einwanderer betrachten. Die meist beruflich qualifizierten Menschen könnten mit schnellerer Arbeitserlaubnis ein Defizit an Fachkräften abdecken. Um sie sprachlich zu schulen, bräuchte es Zuschüsse für Sprachkurse, die es bislang nicht gebe. Darüber hinaus sollten die Asylverfahren beschleunigt werden, meinte der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Karl-Rainer Kopf: "Man kann die Leute nicht sechs Jahre warten lassen, um sie dann abzuschieben." Gemeinderat Dieter Kirschbaum wünschte, versicherungsrechtliche Grundlagen für ehrenamtliche Helfer zu schaffen. Das könne nur auf höherer Ebene geklärt werden.

Autor: ab